Sonntag, 10. August 2014

Liebe

Dieser Blog sei der Liebe gewidmet. Von Wikipedia wird sie folgend erklärt: Liebe ist im Allgemeinen die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch einem anderen entgegenzubringen in der Lage ist. Der Erwiderung bedarf sie nicht. Einfach und auf den Punkt gebracht. Bei näherer Betrachtung treten aber Fragen in mir auf. Wie ist das zum Beispiel mit der Erwiderung. Bedarf es sie wirklich nicht vom Geliebten? Lieben wir denn nicht alle um geliebt zu werden? Ich finde das wäre großartig, einfach nur zu lieben um der Liebe willen. Es würde vieles erleichtern. Es gäbe keine Erwartungen und keinen Schmerz wenn diese nicht erfüllt werden. Wenn ich einen Menschen einfach nur liebe um der Liebe wegen, er aber nicht in der Lage ist mir diese zurück zu geben, weil er es einfach nicht kann, wäre ich dann enttäuscht oder verletzt? Wahrscheinlich nicht. Aber ist das wirklich in die Tat umzusetzen? Hat nicht schon der gute, alte Wilhelm Busch geschrieben "...das Schönste ist auf Erden, lieben und geliebt zu werden..." Natürlich hat er nicht geschrieben dass es sich hier um ein und dieselbe Person handelt. Aber ist an das Lieben einer Person nicht auch der Wunsch geknüpft, dass diese die Liebe erwidert? Eine Mutter liebt ihr Kind. Und das Kind liebt die Mutter. Da bedarf es keiner Nachfrage. Das hat die Natur so eingerichtet und es müsste wirklich Schreckliches geschehen um dieses Gefühlt zu töten. Ach um Gottes willen, ich wollte doch einen schönen, harmonischen Blog über die Liebe schreiben und nun bin ich beim Tot gelandet. Aber so ist es nun mal. Sobald das Wort Liebe ausgesprochen wird, gibt es nicht allzu viele Menschen, die sich einfach nur freudestrahlend ans Herz fassen und glücklich sind. Warum eigentlich? Was ist an der Liebe dran, dass sie uns so ängstigt? Vielleicht, weil Liebe zu oft mit Abhängikeit verwechselt wird? Vielleicht, weil es nicht immer einfach ist das Gefühl der Liebe auszuhalten? Weil sie doch nicht immer nur schön ist? Vielleicht, weil wir immer wieder vergessen, dass Liebe, wie oben beschrieben, mit Wertschätzung zu tun hat? Warum sind so viele vermeintlich liebende Paare so grausam im Umgang mit dem anderen? Wohl nicht nur im Umgang mit dem anderen, wahrscheinlich auch mit sich selbst. Vor ein paar Tagen meinte eine Freundin zu mir, dass sie Kopf und Kragen riskiert, weil sie ihren Freund liebt. So sehr liebt. Was haben wir Menschen eigentlich aus der Liebe gemacht? In welchem dunklen Keller haben wir sie gesperrt? Und warum? Wieder ein warum und wieder die gleiche Antwort. Die Liebe steckt im Keller unserer eigenen bewussten oder unbewussten Ängste. Wenn ich liebe bedeutet das, dass ich mich öffne und das bedeutet, dass ich Nähe zu lasse und das wiederum setzt vorraus, dass ich als Person, so integer bin, diese Nähe nicht zur Abhängikeit werden zu lassen. Wow was für ein Satz. Wenn ich nicht fest genug in mir selber verankert bin, dann kann mir die Nähe zu einem anderen Menschen zu viel werden, dann bekomme ich Angst, dass diese Nähe mich auffrisst, dass der andere mich komplett vereinnahmt. Dann schwimme ich hilflos im Strudel der Liebe und sehe kein Land mehr. Wäre das die Erklärung dafür, warum immer weniger Menschen tiefe Verbindungen eingehen? Weil sie dann nicht mehr sie selbst sein können? Ja das könnte sein. Ist das mit ein Grund weshalb bei der Liebe zuviel Schmerz entsteht? Weil wir aufhören uns selbst zu lieben wenn wir einen anderen lieben? Ich war letzte Woche mit einem guten Freund beim essen. Vor zwei Jahen ist seine Beziehung in die Brüche gegangen. Seit dem ist er auf sämtlichen Singelbörsen vertreten, trifft sich permanent mit Frauen, beteuert aber immer wieder, dass er sich auf keinen Fall mehr verlieben möchte und eine feste Bindung schon garnicht mehr eingeht. Er empfand die Liebe zu seiner ehemaligen Partnerin als unsagbar einengend und zerstörerisch für seine eigene Weiterentwicklung. Das Versagen des Ganzem lag bei ihr. Mir fällt da die Geschichte vom Fuchs und den Trauben ein. Der Fuchs, der unbedingt die Tauben haben möchte, welche an einem Baum hängen. Der Fuchs springt ein, zwei, dreimal um die Trauben zu bekommen. Leider gelingt es ihm nicht. Was blöd und frustrierend für ihn ist. Natürlich. Aber anstatt dass der Fuchs sich einfach eingesteht, dass er nicht hoch genug springen kann, sagt er sich, dass er dieses vergammelte Trockengemüse eh nicht haben möchte. Die perfekte Abwertung für das Gegenüber und der "springende Fuchs" ist fein raus. Was genau hat jetzt dieser Blog noch mit der Liebe zu tun? Ja, ich weiß die Angst vor ihr lässt uns oft ungerecht und gemein werden. Wäre die Liebe eine Person des öffentlichen Rechts würde ich für diesen Blog wahrscheinlich gekreuzigt werden. Und zu Recht wie ich finde, denn er hat nicht viel mit dem wahren Gefühl der Liebe zu tun. Die Liebe ist gut, sie ist (und da gebe ich Wikipedia recht) die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ich einem anderen Menschen entgegen bringen kann. Die Liebe kann uns zu einem besseren, vollkommeneren Menschen machen. Sie kann es nicht nur, sie macht es! Abhänig machen wir uns immer selber, nicht der andere. In der Liebe gibt es keine Schuld. Warum suchen wir dann aber immer nach einem Schuldigen? Meistens im anderen, die etwas Klareren unter uns suchen auch machmal die Schuld in sich. Aber trotzdem schuldig muss immer einer sein. Warum hören wir nicht einfach auf damit? Die Angst vor diesem Großen Gefühl haben wir alle. Und das ist ok. Ok ist nicht, was wir oft daraus machen. Ehrlich der eigenen Angst entgegen treten, zu ihr zu stehen, sie anzunehmen als einen alten Freund, der ein Bett für die Nacht braucht. Sich mit ihr auseinander zu setzen und zu begreifen, dass sie nichts mit der Liebe zu tun hat. Und zu begreifen, dass das Herz öffnen nicht zwangsläufig Schläge und Schmerzen einstecken bedeutet. Wäre das nicht ein Anfang diesem großen Gefühl und somit uns eine ehrliche Chance zu geben?

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