Mittwoch, 8. Oktober 2014
Liebe - die Zweite
Die Schlacht ist eröffnet. Mit gezogenem Schwert rechts in der Hand, der Streitaxt links, blind und verwirrt hineingestürzt. Der Kampf hat längst begonnen, die Schlacht als letzte Konsequenz. Strategische Kriegsführung? Fehlanzeige. Entgleisung der emotionalen Norm. Wünsche, Bitten, die zu erbitterten Vorwürfen werden, welche postwendend und ebenso erbittert zurück geschleudert werden.
Vom Frieden ohne Umweg in den Krieg. Der Grund ist nicht die Ursache der Heftigkeit. Die Heftigkeit ist Ergebnis der eigenen Verletzungen, die vor dem anderen zu schützen sind.
Unverständnis macht sich breit. Die Ungedult bohrt sich in die Ignoranz und daraus entsteht Gemeinheit.
Es geht ums Überleben!
Deshalb wird einfach drauf los geschlagen. Das Schild so hoch erhoben um ja nichts vom Gegner sehen zu können oder zu müssen.
Gegner der gerade noch auf der selben Seite stand.
Unter der schweren Rüstung, die Haut noch warm von den Liebkosungen des Feindes.
Feindes. Freundes. Gegner. Verbündeten. Liebsten.
Was denn nun? Um es in Udo Jürgens Worten zu fragen:
Fremde oder Freunde?
Wohl keines von beiden. Fremde könnten sich nie so nahe sein. Freunde wären gegenseitig nicht so verletzend.
Wenn Liebe und Hass sich umarmen, nein das ist nicht richtig. Wenn Liebe und Angst sich umarmen. Was entsteht dann?
Kommt vielleicht darauf an wer die stärkeren Arme hat. Wer länger durchhält. Die Angst? Die Liebe?
Ist es Liebe durchzuhalten? Ist es Angst nicht stehen bleiben zu wollen? Die Angst durchzuhalten, sie auszuhalten. Angst, dass die eigenen Bedürfnisse den Rahmen des Machbaren sprengen. Wenn dem so ist. Wenn die eigenen Bedürfnisse für den anderen nicht "machbar" sind. Was ist dann mit der Liebe? Wo soll die dann hingehen? Ihr zu Hause ist beim anderen. Machbarkeiten hin oder her.
Die Liebe will gehört werden. Egal wie unbequem es für den Zuhörer ist. Die Liebe nimmt sich nicht zurück. Sie hat keinen Grund dazu. Sie ist das stärkste Gefühl, das es gibt. Die Liebe ist nicht vernünftig, sie ist in aller Stille von Herzen laut. Die Liebe lässt uns barfuß durch die Hölle gehen. Sie berührt wo die Wunden am meisten schmerzen. Sie treibt an, sie fordert, sie kämpft. Die Liebe liebt es zu lieben und geliebt zu werden. Die Liebe ist die meiste Zeit am suchen. Findet sie, so sucht sie weiter. Der Weg ist das Ziel und das Ankommen, wie wir es verstehen, nur eine kurzweilige Laune des Gelebten.
Die Schlacht ist so sinnlos wie der ganze Krieg. Das war schon immer so und ist wohl bekannt, aber wie eine Schlacht vermeiden wenn der Frieden nicht vertrauensvoll auf allen Ebenen weilt. Wenn der Schmerz des Vergangenen, die stärkste Waffe gegen sich selbst ist?
Vor wem gilt es dann eine Mauer zu ziehen? Vor sich selbst? Als Schutz? Vorm anderen? Damit er die eigene Schwäche nicht als Mangel deutet? Wenn man sich selbst der ärgste Feind ist und der Weg hinaus nicht sichtbar scheint, was ist dann zu tun?
Nicht weglaufen. Weiter lieben.
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