Freitag, 6. August 2010

vom verwirrten Herzen...

Liebes verwirrtes, kleines Herz.
Ich war so froh Dich wieder gefunden zu haben. Wieder bei und in Dir zu sein. Nach diesen stürmischen Zeiten wieder einen festen Anker zu haben. Nach dem Schiffsbruch wieder an Land zu gehen.
Wirklich schön angekommen zu sein.

Der eine Sturm ist überstanden, aber jetzt droht schon wieder der nächste zu drohen.
Droht er wirklich nur zu drohen oder ist er schon komplett am Start und ich habs wieder mal nicht mitbekommen... Na ja, wie auch, war ja auch nicht geplant, auf jeden Fall nicht in dieser Form. Könnte eine faule Ausrede sein.
Sicher kommt es darauf an was ich aus meinem Hurrikan mache. Ob ich ihn ernst nehme, wie sonst. Ihn wüten, mein Gerippe niederreißen und alles auf den Kopf stellen lasse, oder ihn einfach nur betrachte als etwas das sein könnte aber nicht ist.

Wenn ich es wie immer mache, dann werde ich hysterisch, denke an nichts und niemanden anderen, rede mir alles schlecht und damit aus und sehe das Ende schon lange vorm Anfang. Wenn ich es wie immer mache, dann wird jede meiner Handlungen 1000 Mal hinterfragt, alles was ich von mir gebe als "peinlich und aufdringlich" bewertet (natürlich nur von mir) der Bauch und somit mein wahres Gefühl ausgeschaltet und dem verwirrten Etwas, welches sich meine Gedanken nennt, überdimensionalen Platz eingeräumt.

O.k. so könnt ich es machen...

Aber mal ganz ehrlich, ich hab meiner Therapeutin nicht so viel Geld gezahlt, damit ich jedes Mal den gleichen Fehler mache. Nö, seh ich nicht ein.
O.k. dann anders... ABER WIE?????
Wäre ich meine Freundin, was würde ich mir raten.
"Liebe xyz", würde ich sagen, "hör fest in Dich hinein und fühle was Du möchtest, hör auf Dir Gedanken über ungelegte Eier zu machen. Vertrau auf Dich, Deine Wahrnehmung und vertrau darauf, dass Du ein Geschenk für Dein Gegenüber bist. Und bleib bei Dir. Und vorallem,MACH DICH LOCKER!!!"

Wer für sich selbst eintritt muss sich für nichts schämen. Wenn wir authentisch sind, dann brauchen wir keine Tricks, dann müssen wir nicht manipulieren, weder uns noch den anderen.
Ich sehe mein Gegenüber und ich sehe mich. Gefällt mir was ich sehe? Ja sehr! Alles?
Nein, nicht alles. Das ist in Ordnung. Mir muss nicht alles gefallen was ich sehe. Auch meinem Gegenüber gefällt eventuell (bei mir aber schwer vorstellbar) nicht alles an mir.
Die Wahrheit klärt den Blick. Sie schafft Vertrauen. In mich. In mein Gegenüber, das mich anlacht und zum träumen einlädt.
Wunderbare Momente einander schenken und dabei nicht der Bedeutung zuviel Bedeutung geben.
Was ist Wunsch und was Realität? Im Wort Traummann steckt es schon drin. Der Wunsch nach der Erfüllung des eigenen Traumes. Wer mein Gegenüber tatsächlich ist, kann ich nur entdecken, wenn ich mir meiner eigenen Träume und Wünsche bewußt bin und diese auch bei mir lasse und nicht bei der besten Gelegenheit dem anderen anziehe.
Mich nicht abhängig von den Taten aus zweiter oder dritter Hand machen. Und immer wieder das gleiche.... Die Handlungen der anderen, bei den anderen lassen. Sie mir nicht zu eigen machen. Oh Mann wenn das so einfach wäre...
Ja, es ist einfacher und auch unterhaltsamer sich zu überlegen warum der andere dies oder jenes macht, anstatt sich hinzusetzen und sich mit der eigenen Situation zu befassen. Noch schwieriger ist es sich einzugestehen, dass man sein Gegenüber nicht in der Hand hat. Leider ist er nicht zu führen wie eine Puppe am Faden.

Na, eigentlich bin ich darüber ganz froh. Manchmal wäre es zwar einfacher. Für den ersten Moment. Für die Express-Glückserfüllung. Wenn ich im Glücksrausch bin, dann lege ich ein Tempo vor, das nur schwer mitzuhalten ist. Eigentlich ganz gut wenn der andere die Bremse zieht oder auf jeden Fall einen Gang runter schaltet.
Mit Vollgas gegen die Liebesmauer zu rauschen ist echt kein Vergnügen. Mir aber leider schon einige Male passiert.

Ich möchte es dieses Mal wirklich anders machen. Hoffentlich hat das auch die komplette Besatzung meines Seins mitbekommen. Besonders meine Angst. Ich möchte sie nicht schuldbewußt zur Seite schieben, möchte ihr Platz geben, sie aber nicht ins unermessliche wachsen lassen. Meine Angst das ist auch so ein Thema. Sobald sich Gefühle des Glücks auftun kommt die hauseigene Polizei namens "Angst" und macht die Schotten dicht. Sie wappnet sich für den Angriff.
Aber vielleicht kommt ja gar keiner. Oder vielleicht kommt nur ein Angriff weil die Verteidigung nichts anderes zu lässt?

Wie dem auch sei. Ich mache es dieses Mal anders!

Querschläger gibt es immer wieder, aber die machen mich aus. Sie stellen mich vor neue Aufgaben und sind mein Prüfstand darüber, wo ich stehe. Ich bin auf der Suche und von Herausforderung zu Herausforderung komme ich meinen Ziel immer näher.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen