Freitag, 23. Mai 2014

Stille

Wann ist es Zeit zu gehen. Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit sehr oft. Kann man gehen, wenn man überhaupt noch nicht angekommen ist, oder ist gerade das der beste Grund zu gehen? Menschen kennenlernen, sich selbst die Gelegenheit geben, den anderen in seiner Persönlichkeit wahrzunehmen. Und sich selbst zu öffnen damit es ein Ankommen gibt. Wenn ich mir nun aber nicht sicher bin, ob der andere ein gemeinsames Ankommen möchte? Dann ist es natürlich am besten den anderen zu fragen. Kommt dann im besten Fall eine Antwort, kann ich über den weiteren Schritt nachdenken und entscheiden. Aber was ist, wenn vom Gegenüber nichts oder wenn dann nur sehr kryprische Fragmente einer Antwort kommen? Wenn der andere selbst unsicher ist. Dann bin ich mit meiner Entscheidung komplett auf mich gestellt. Dann muss ich die Arbeit alleine machen. Was heißt, mich zu hinterfragen ob ich vielleicht zu ungeduldig bin, Dinge falsch verstehe und warum ich überhaupt bleiben oder gehen möchte. Oh Mann, warum kann es nicht mal einfach laufen? Weil das Einfache mich wohl nicht interessiert oder weil es kein Einfach gibt? In einer Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, wann ist es da einfach? Wenn beide schlafen. Aber auch da können die Geräusche des anderen bei Zeiten recht schwierig für den Bettnachbarn sein. WEnn das Gegenüber nicht klar artikuliert was es möchte ist es dann Zeit sich zu verabschieden? Aber was ist wenn das GEgenüber einfach ein anderes Tempo an den Tag legt? Gudult üben wäre da wohl das beste. Ja, und genau davon habe ich nicht allzuviel. Wie so oft bei mir, spricht mein Herz eine andere Sprache als mein Kopf. Mein Verstand weiß genau wie er es haben möchte, mein Herz will sich die neue Situation einfach nur mal in Ruhe anschauen. Will fühlen, will sehen was kommt und dann entscheiden. Mein Verstand hätte gerne schon alles unter Dach und Fach. Den Vertrag schon unterzeichnet sehen. Denn Verträge schaffen Sicherheit. Für den Moment. Aber auch Verträge können aufgelöst oder gebrochen werden. Bedarf es für das eigene Glück einen Vertrag? Ist Glück nicht die eigene Einstellung zu den Dingen? Liegt das Glück nicht in unseren Händen? Na wenn es so wäre, warum sind dann soviele Menschen unglücklich? Weil der Verstand immer was anderes möchte? Oder beschützt er uns nur vor zuviel Übermut? Sich seinen Gefühlen hingeben ohne den nächsten Schritt zu planen ist das der Weg zur Glückseeligkeit? Oder ist das nur der Highway to hell? Ist es nicht eine unglaublich schwierige Gradwanderung zwischen, auf sein Gefühl zu hören, danach zu handeln, und einfach nur blind in eine Geschichte hineinzulaufen? Fragen über Fragen und das am Freitag Abend. Wenn es in der Situation mit dem Gegenüber wunderschön ist, sich aber am nächsten Tag die Unsicherheit wieder breit macht, ist die ganze Angst dann dieses bisschen Glück wert? Ich weiß es nicht. Wenn ich es wüsste, dann könnte ich endlich handeln. Dann könnte ich endlich den Hammer in die Hand nehmen und mein Haus bauen. Aber so... so sitze ich da, denke Löcher in die Luft und höre Verstand und Herzem beim streiten zu.Ich stehe als stille Beobachterin zwischen diesen beiden, durchaus sehr präsenten Persönlichkeiten und bin schon ganz wirr. Manchmal schlage ich mich auf die Seite meines Herzens um dann doch dem Verstand wieder recht zu geben. Oh Mann, dass die nicht mal ne Pause machen können. Die Unsicherheit aushalten. Dass hat mir eine sehr kluge Person geraten. Recht hat sie. Auf jeden Fall. Nur leider hat sie mir nicht verraten wie ich das machen soll. Den Dingen die Möglichkeit des Laufenlernens zu geben, das wäre eine Möglichkeit. Stille im Herzen und im Kopf zu bewahren. Den Lärm ausschalten um die innere Stimme wieder zu beleben. Auf den Körper hören, denn der weiß eigentlich alles. Noch bevor es das Herz oder der Verstand weiß. Der indische Guru Ramana Maharashi hat einmal gesagt, dass Weise zu sein bedeutet, STILL zu bleiben. Ich werde es versuchen.

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