Freitag, 2. Mai 2014

... vom lieben lernen

Was gibt es schöneres als zu lieben und geliebt zu werden?

Liebe zu lassen und lieben zulassen.

Sich völlig hingeben ohne dabei die Angst zu spüren, man könnte aufwachen und alles ist vorbei. Anders. Weg. Nur ein Traum.
Wahre Liebe spüren ist ein so fundamentales Gefühl. Mit nichts anderem zu vergleichen.
Befindet man sich im Feld der Liebe kann es einem schon mal den Boden unter den Füßen wegziehen. Eine starke Liebe bringt einen an den Grund seines Seins. Erinnert an "junge" Tage. An Kind sein. Erinnert an "alte" Tage. An das Ankommen.
Erfüllt Wünsche und Sehnsüchte.

Wo Sonne ist da ist auch Schatten. Und wo eine große Liebe ist, da kann sich die große Angst auch ganz schnell dazu gesellen.
Angst vor was?
Vielleicht vor der eigenen Courage. Vielleicht davor das Gefühl auszuhalten.
Da zu bleiben. Stehen zu bleiben. Die Türe nicht nur aufmachen, sondern auch offen halten. Den Ersatzschlüssel aus der Hand geben. Nicht den eigenen oder den vielleicht doch auch mal?
Wann kann ich mich fallen lassen ohne dabei abhängig zu sein, zu werden.

In einer starken Beziehung zu einem Menschen gibt es, glaube ich, immer eine gewisse Form der Abhängigkeit. Die Abhängigkeit des Gemeinsamen. Die kleinen Rituale, die sich im Laufe der Zeit einschleichen. Lieben um zu lernen, was es heißt zu lieben. Ich als "normaler" Mensch kann am besten lieben, wenn ich weiß, dass der andere mich auch liebt. Wenn es eine vertrauensvolle Basis mit dem Gegenüber gibt. Dieses "Lieben" finde ich super. Das könnte ich permanent, 365 Tage im Jahr. Aber was ist, wenn die Liebe nicht erwiedert wird? Bei dieser Frage muss ich immer an einen Mann denken, der mir vor vielen Jahren seine Liebe gestanden hat. Das alleine ist ja schon recht aussergewöhnlich, wenn ein männliches Wesen, den Mut aufbringt, glaubhaft und im verständlichen Tonfall seine Liebe zu äussern. (könnte es sein dass ich leicht verbittert wirke?)Aber Spass bei Seite. Er war in mich verliebt, ich aber nicht in ihn. Das habe ich ihm gesagt, mit ängstlicher Vorahnung auf das kommende Drama. Aber dieses blieb aus. Komplett aus. Er hatte mir seine Liebe ohne eine Erwartung an mich gestanden. Er war einfach nur glücklich damit, dieses Gefühl in sich zu tragen. Für einen pragmatisch veranlagten und sicherheitsdenkenden Menschen wie mich, unvorstellbar. Aber er war tatsächlich zufrieden damit, zu lieben. Nennt man das Erleuchtung? Ist es das wonach wir alle streben? Zu lieben ohne etwas dafür zu bekommen? Oder ist das einfach nur ein gut einstudiertes Verhalten, damit man den Schmerz der Ablehnung nicht spüren muss. Ich weiß es nicht. Bis heute. Ich habe diesen Mann danach noch öfter getroffen, immer wieder kam er auf mich zu und meinte wie sehr er mich liebt und wie gut es ihm mit diesem Gefühl geht. Jahre später muss ich immer noch an ihn denken. Nicht, weil ich mir denke ich hätte eine Chance verpasst, sondern weil ich von seiner unabhängigen Liebe tief beeindruckt bin.

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