Dienstag, 15. Juli 2014

Der vielleicht Mann

"Ja, nein, eventuell, doch, schon, vielleicht, ganz sicher, mal schauen..." ... wie oft ich das schon gehört habe. Sätze wie: "Sorry, aber ich kann mich gerade nicht entscheiden." oder "Ich bin einfach nicht so schnell wie du." oder "Bei mir dauert das halt länger als bei dir." Ich habe da so ein Ding mit mir selber am laufen. Das da wäre, wann schaffe ich es endlich mein männerbezogenes Muster zu ändern. Wie ich immer wieder feststellen muss, habe ich es leider noch nicht ganz geschafft. Aber! Ich erkenne sie immer schneller. Mit "sie" meine ich die Männer, welche mich zwar ganz schick finden und auch gerne ihre Zeit mit mir verbringen, sich auch anfangs um mich bemühen, aber dann doch, nach gegebener Zeit (eigentlich genau dann wenn ich mich für sie entschieden habe) nicht so genau wissen, was sie eigentlich wollen und ob sie überhaupt bereit sind. Beziehung? Ja, nein, vielleicht, doch, ja, schon auch, aber... Immer wieder muss ich mir die gleichen nicht sehr entscheidungsfreudigen Aussagen meiner männlichen Gegenüber anhören. Ganz ehrlich, mir reicht es! Ich bin sowas von gesättigt, ja ich würde fast schon sagen: überfressen, mit ihren sich wiederholenden Herausrederein. Jungs, habt ihr da so ein Forum im Netz, wo ihr euch gegenseitig die Sprüche zu schustert? Oder wie kommt es sonst, dass ihr nichts Neues hervor bringt? Selbst das spannenste Hörbuch wird nach dem 10 Mal anhören langweilig. Teilweise kann ich schon mitreden. Sollte ich jetzt in irgendeiner Form verbittert, wütend, resigniert, traurig, belustigt, sarkastisch oder verwundert klingen, dann muss ich offen und ehrlich zugeben, dass ich das auch bin. Und zwar alles zusammen! Verbittert, weil mein Glaube an das starke, verantwortungsbewusste, männliche Gegenüber immer mehr verloren geht. Wütend, weil ich es (als Frau, die sich selber mag und wertschätzt und so auch versucht mit dem anderen umzugehen) einfach unerhört finde, wie erwachsene Männer sich so bescheuert benehmen können. Resigniert, weil es mir immer wieder passiert. Traurig, weil es eine narzistische Kränkung ist, wenn der andere nicht "zieht". Belustigt, weil der männliche Part bei Zeiten sehr abenteuerliche Ausreden in einer durchaus unsicheren Worteaneinanderreihung herauswürgt, um ja nicht zu geben zu müssen, dass "Mann" die Hosen voll hat. Vor was auch immer! Sarkastisch, weil ich es wirklich unglaublich finde, wie erwachsene Menschen (in diesem Fall Männer) so wenig mit sich im Reinen sind und um das nicht wahrhaben zu wollen, den anderen (in diesem Fall der Frau) immer wieder eine reinwürgen müssen. Nach dem Motte: lieber halte ich mein Gegenüber klein, als meine eigene Schwäche sehen zu müssen. Verwundert, weil ich eigentlich immer noch an die Liebe glaube und auch daran, dass jeder, ob Mann oder Frau, sich nach ihr sehnt. Klopft die Liebe aber dann an die Türe und bittet um Einlass wird sie jäh abgewiesen. Ich möchte das alles nicht mehr. Ich möchte keinen "Vielleicht" Mann mehr, egal wie stark und muskulös seine Schultern sind. Ich möchte keinen Mann mehr, der es nicht fertig bringt, seiner Ex zu sagen, dass es eine neue Frau (nämlich mich) gibt, nur weil ihm das Gefühl von ihr gebraucht zu werden wichtiger ist, als zu mir zu stehen. Ich möchte keinen Mann mehr, der es nicht fertig bringt sich zu öffnen, der zu verkrampft ist um eine liebevolle Umarmung spontan in der Öffenlichkeit zu zulassen. Ich möchte keinen Mann mehr, der in Schweiß ausbricht, wenn es um ein UNS geht. Ich möchte keinen Mann mehr, der zu sehr in den eigenen, noch unverarbeiteten Geschichten steckt und deshalb nicht sieht wer ich eigentlich bin. Und möchte ich auch keinen Mann mehr, der erst erkennt was er an mir hat, wenn ich weg bin. Denn so unterschiedlich die Geschichten auch liefen hatten sie doch immer das gleiche Ende. Denn als ich ging, war das Geschrei immer groß. "Du bedeutest mir doch soviel. Wie kannst Du gehen, wo ich mich doch gerade versuche zu öffnen usw...." Jungs, ganz ehrlich, Frau kann sich doch nicht alle drei Wochen trennen, nur damit ihr mal deren Wert erkennt! Mir persönlich ist mein Herz zu kostbar, als es immer wieder von dieser Art Mann in die Warteschleife stellen zu lassen. Es fühlt sich nämlich verdammt beschissen an, nicht zu wissen woran man ist. Es fühlt sich verdammt beschissen an immer wieder im Unklaren gelassen zu werden. Unklarheit ist wie ein Kleber. Er lässt dich am anderen kleben. Hoffen, auf eine Antwort. Die aber nicht kommen wird. So auf jeden Fall nicht. Ich habe gelernt mir meine Antworten selber zu geben. Mein Herz zu fragen, ob es glücklich ist. Meinen Verstand zu bitten, meinen Gefühlen Klarheit zu verschaffen und mich mutig darauf zu konzentrieren was ich möchte. Denn darum geht es doch zu wissen was ich brauche um im Leben glücklich zu sein. Ein "Vielleicht" Mann ist es auf jeden Fall nicht!

Dienstag, 1. Juli 2014

Unterscheide die Geister

Wir müssen sehr achtgeben auf den Verlauf der Gedanken. Sind Anfang, Mitte und Ende gut und hingerichtet auf etwas ganz Gutes, dann ist dies ein Zeichen des guten Engels. Wenn aber einer im Ablauf seiner Gedanken bei einer schlechten oder ablenkenden Sache endet oder bei etwas weniger Gutem als dem, was die Seele sich vorher vorgenommen hatte zu tun, oder wenn es die Seele schwächt oder verwirrt, indem es ihr den Frieden, die Stille und Ruhe, die sie vorher hatte, wegnimmt, so ist dies ein klares Zeichen, dass es vom bösen Geiste herstammt, dem Feind unseres Fortschritts und ewigen Heils. Das stammt leider nicht von mir, sondern vom heiligen Ignatius von Loyola. Um 1500 geschrieben, wusste er bereits, wie wichtig es ist sich seinen Geistern anzunehmen, sie zu erkennen und diese zu unterscheiden. Übersetzt heissen seine Worte wohl, dass wir prüfen sollten warum wir genau was denken. Jeder von uns denkt pausenlos am Tag. Im Bett, im Bad, am Küchentisch, in der Umkleidekabine oder wo auch immer wir uns gerade befinden. Oft haben die Gedanken mit dem was wir gerade machen überhaupt nichts zu tun. 80% unserer Gedanken sind wortwörtlich geschrieben Schrott und können sofort in die Mülltonne. Was ist aber mit den übrigen 20%? Welche, die mit unserem Hier und Jetzt etwas zu schaffen haben? Trenne die Geister. Was genau ist damit gemeint? Mache ich mir meine eigenen Gedanken, bin ich es die denkt. Klar. Was aber ist, wenn ich mir die Gedanken des anderen mache? Was ist wenn ich denke, was der andere "vermeintlich" denkt oder denken könnte? Dann sind es doch immer noch meine Gedanken, oder? Klinke ich mich in den anderen hinein und konstruiere sein Gedachtes, ist es denn dann nicht oft so, dass ich davon überzeugt bin, dass der andere so denkt und dementsprechend handle? Und da fängt es an zu haken. Egal was wir denken, es hat immer mit uns zu tun. Es sind immer unsere Gedanken, deshalb ist es auch so schwer, sie abzuschalten. Deshalb, glaube ich ist es auch so schwer, aus dem Kreis heraus zu treten und das Ganze von Außen zu betrachten. Ein banales Beispiel. Ich stehe unter der Dusche, mache mich fertig für meine Verabredung. Plötzlich kommt der Gedanke, mein (!) Gedanke, der andere könnte ja vielleicht gar keine Lust darauf haben, weil seine Arbeit gerade so stressig ist, ich gestern etwas zickig zu ihm war, usw. Wäre ich aufmerksam genug, würde ich diesen Gedanken fallen lassen, ihn im besten Falle weglächeln. Bin ich es nicht (was oft vorkommt) gehe ich dieser Fährte nach und habe bin in Minuten das größte Drama am Start. Streit. Betrug. Trennung.Und das obwohl nichts ist. Was ist, ich stehe unter der Dusche und freue mich auf mein Date. Wow. Ich bin immer wieder sehr überrascht, wie Frau oder sicher auch Mann, sich das Leben zur Hölle denken kann. Was also tun? Gute Frage. Gerne die nächste... Unterscheide die Geister. Was ist mein Anteil? Ich glaube, immer der Größte. Nehme ich mein Beispiel, so denke ich in den anderen meine Angst hinein. Meine Angst nach Ablehnung, Verlust, Betrug und wie sie noch alle heissen, meine Weggenossen. Und da kommen wir wieder zum hl. Ignatius ( der mich wirklich sehr beeindruckt). Gib acht auf deine Gedanken, auf Anfang, Mitte und Ende. Wenn wir "schlechtes" denken, warum machen wir das? Stammt der Gedanke wirklich aus einer Handlung des Gegenübers oder ist er ein Keim unserer verzweifelten Seele, die nach Ruhe schreit? Ich kann nicht wissen, was der andere denkt, und genau so wenig, kann der andere wissen was ich denke. Die Kommunikation mit dem Gegenüber kann einiges klären. Natürlich. Aber nun ist es so, dass wir uns nicht immer sofort und zu jeder Gelegenheit mit dem anderen austauschen können. Wir Frauen würden das sicher ganz gerne, aber auch wir müssen mal schlafen oder anderes machen, als im Gespräch zu sein. Im Gespräch mit uns selbst sind wir aber eigentlich immer. Ob nun Mann oder Frau. Und da sind wir dann am meisten gefordert. Es fordert uns zu erkennen, was wirklich ist und was gedacht ist. Was wirklich der andere ist und was wir selber. Schwächt oder verwirrt das Gedachte unsere Seele, sollten wir, wenn es uns nicht gelingt, den Gedanken los zu lassen, ihn ziehen zu lassen, uns doch auf jeden Fall darüber im Klaren sein, dass wir es sind, die diese Gedanken denken und alles dafür tun sie nicht in unser tatsächliches Handeln eingreifen zu lassen. Gelingt uns das, Stück für Stück, Gedanke um Gedanke, so glaube ich, wird unser Leben leichter.

Donnerstag, 19. Juni 2014

LOST

Verlassen, von allem abgeschnitten und abgetrennt. Das Herz in Scherben. Trauer die einen erdrückt. Wer kennt sie nicht diese Tage? Wer kennt nicht die Momente, welche so schmerzen, dass einem die Luft weg bleibt und es nichts mehr zu sagen gibt, weil die Zunge lahm und das Sprachzentrum kein Futter mehr hat? Wenn das Leben zur unlösbaren Aufgabe wird, wenn die Gedanken nicht mehr frei und unabhängig in schönen Erinnerungen verweilen können, wenn alles, was einen glücklich macht gerade unerreichbar scheint... Verzweifelter Wille sich wieder aufzurichten, undankbare Hoffnung, die einem total überflüssig erscheint. Überflüssig wie man selbst. Wow. Hoffentlich liest meine Therapeutin diese Sätze nicht, die würde mich wahrscheinlich gleich einliefern lassen. Und um ehrlich zu sein, den Gedanken hatte ich auch schon. Nicht, dass ich in irgendeiner Weise suizidgefährdet wäre. Nein! Auf keinen Fall, ich lege mich doch nicht für Unmengen an Geld aufs Sofa um dann doch die Abkürzung aus dem Leben zu nehmen. Nein, nein, da bin ich sicherlich zu pragmatisch dafür. Aber ich würde derzeit sehr gerne in eine "Herzheil-Anstalt" gehen. Wäre doch klasse, morgens, mittags und abends ein Antibiotika gegen seelische Herzentzündung zu bekommen. Nach dem Frühstück eine 2-stündige Herzheilsitzung zu haben, das Mittagessen versehen mit Lebensfreudezutaten stärkt einen für das nachmittägliche Herzmuskelaufbauprogramm. Nach dem Kaffee mit Liebe gemacht am späten Nachmittag ein leichtes Selbstliebe-Spinning. Dann ab in die Selbstbewusstseins-Sauna und am Abend dann ein Essen mit einer großen Protion Freude, Vertrauen und Positiven Denken. Ich bin davon überzeugt, wenn die Krankenkassen statt für Unmengen an Antidepressiva lieber einmal für diese Art der Behandlung ihre Geldbeutel öffnen würden, wahre Heilung möglich wäre. So abgedroschen es vielleicht klingen mag, aber das Herz lässt sich nicht von einer Pille täuschen. Die Seele hat keine Verwendung für pharmazeutische Produkte, welche sie stumpf und gefühlsarm werden lassen. Jeder seelische Schmerz ist Ausdruck für eine Situation, die gesehen werden möchte, die sich Gehör verschafft um da sein zu dürfen. Erst einmal nicht mehr. Die Trauer, die negative Erfahrung, der Schmerz, oder wie man es auch nennen möchte, will seine Daseinsberechtigung haben! Denn nur wenn ich meine Verzweiflung existent sein lasse, gebe ich der Hoffnung eine Chance sich realistisch zu zeigen. Was also machen, wenn der Ausweg nicht zu leben scheint? Ich für meinen Teil setze mich an den Computer und schreibe einen (mehr oder weniger) guten Blogg. Oft muss ich mich dazu zwingen, weil mit jedem geschriebenen Wort, gebe ich meinem gebrochenen Herzen, meiner Trauer, Verzweiflung oder Wut mehr Platz im Hier und Jetzt. Die Themen sind wie ich nicht neu. Es geht immer wieder um Liebe, Anerkennung, Wertschätzung, Vertrauen, Familie und Freundschaft. Oft bin ich mit dem einen Thema durch, kommt auch schon das nächste und möchte sich das Herz ausschütten. Manchmal sehe ich vor lauter Herzausschütterei die anderen Teile meines komplexen Lebens garnicht. Denn es ist ja nie, alles schlimm! Es gibt sicher Zeiten, da kommt die LIebe Hand in Hand mit dem Familienproblem an und berichtet über schwarze Taten und Tage. Aber diesen beiden steht dann oft die Freundschaft gegenüber und zeigt, dass wenn die Liebe gerade nicht im Partner zu finden ist, oder die Familie nicht bei Vater und Mutter ihr zu Hause hat, die Freudschaft doch beides vereint und beheimatet. Den Mut aufzubringen immer wieder ehrlich über den Tellerrand hinauszublicken, weiterzumachen was einem manchmal unmöglich erscheint, sich nicht festzusetzen im großen Verzweiflungstopf, auf der Suche nach Klarheit zu sein, nach der manchmal sehr schmerzhaften aber dafür umso heilsameren Wahrheit zu streben, erfordert sehr viel Kraft. Und woher diese Kraft nehmen, wenn nicht stehlen? Auch wenn es sich jetzt wieder einmal sehr pathetisch anhört, aber jeder von uns, hat diese Kraft in sich. Wir haben sie einfach im Paket "Mensch sein" mitgeliefert bekommen. Woher ich das weiß? Aus Erfahrung. Es geht immer weiter. Und einem Gefühl, so schlimm und beängstigend es auch sein möchte, Gehör zu verschaffen, ist der Anfang von einem besseren Ende. Denn es kann nur wahre Heilung geben, wenn wir der Krankheit die Motivation der Mutation nehmen. In diesem Sinne wünsche ich jedem der diesen Blogg liest die Kraft er, sie oder es selbst zu sein!

Dienstag, 27. Mai 2014

Freunde

Die Beziehungen zu den anderen Menschen sind das, was unser Leben lebenswert macht.Freunde sind das größte Gut. Kein Geld, kein Erfolg, keine Liebesgeschichte macht das eigene Herz so voll wie die Liebe und Verbundenheit zu wahren Freunden. Wirkliche Freunde bringen uns an den Rand des Wahnsinns ohne uns jemals runter fallen zu lassen. Wahre Freunde gehen den Weg aus Leid und Glück mit. Freuen sich über den eigenen Erfolg und trösten in den dunkelsten Zeiten. Freunde lassen das eigene Scheitern zu und reichen einem die Hand zum Aufstehen. Freundschaft ist das Wichtigste im Leben. Ohne das Gefühl der Verbundenheit wären wir nicht nur sehr alleine, wir wären nur halbe Menschen. An Freunden reibt man sich bei Zeiten auf. Freunde zeigen einem die eigenen Schwächen und geben den nötigen Impuls, den es bedarf sich neu zu sortieren. Freunde sind Wegbegleiter, die manchmal auch Abseits stehen, wenn die unterschiedlichen Geschichten nicht zueinander passen. Freunde lassen einen atmen, schreien, lachen, weinen, feiern und leben. Freunde bringen das Beste aus einem heraus. Wahre Freunde sind Herzmenschen. Die Herzen finden zueinander, egal wie verquert der Kopf gerade denkt. Es gibt Freunde, welche einen das Leben lang begleiten und Freunde, die nur in kurzen Episoden das Leben, die eigene Geschichte bereichern. Freunde bemitleiden nicht, sie fühlen mit. Menschen mit denen wir freundschaftlich verbunden sind, lassen einen beizeiten im Regen stehen um einen danach die Sonne zu zeigen. Wie langweilig und einsam wäre mein Leben ohne meine Menschen. Jeder für sich besonders und einzigartig. Teilweise anstrengend und nervig bis zum Umfallen. Anstrengend weil sie mir immer wieder die eigenen Fehler vor die Augen führen. Sie zeigen nicht mit dem Finger drauf, sie legen nicht den Finger auf die Wunden. Aber sie sehen meine Wunden, die ich gerne übersehe, die aber nach Heilung schreien. Mit meinen Herzmenschen kann mein Herz heil werden und der Geist still. Meine Freunde nehmen mich in die Arme und geben mir den nötigen Tritt, wenn der Abgrund aus Tränen und Leid zu tief wird. Verbunden mit meinen Freunden kann mir nichts passieren. Ich bin sicher im Kreis meiner Liebsten.Ich trage soviel Liebe für diese Menschen im Herzen, dass es keinen Platz für Groll oder Hass gibt. Meine Freunde machen mich zu einem besseren Menschen in einem besseren Leben, welches von Tag zu Tag, von Gespräch zu Gespräch, von Verbundenheit zu Verbundenheit immer voller, bunter und reicher wird. Die Taten meiner Freunde machen mich demütig, manchmal sprachlos. Bestehen diese Taten doch meistens aus einer selbstlosen Liebe, die sie mir entgegenbringen. Neidlos mir mein Glück zu gönnen, die darf ich wahrlich Freunde nennen. Natürlich ziehen manchmal schwarze Gewitterwolken auf, und es scheppert heftig im Freundschaftskarton. Aber auch das ist so wichtig. Menschen mit denen wir streiten können ohne sofort den Verlust zu fürchten. Meine Freunde stehen mir gegenüber, motzen, maulen, murren und beschweren sich. Und ich mache das auch! Das ist Freundschaft in guten wie in schlechten Zeiten. Es wird nie langweilig. Es bleibt immer spannend mit meinen Menschen, welcher jeder für sich einen ganz wunderbaren Knall hat. Jeder unterschiedlich, vereint sie doch die Seele. Unermüdlich in ihrer Weiterentwicklung, unerschüttert auf dem Weg ins Licht. Ich bin die reichste Frau der Welt. Ich habe die besten Freunde der Welt! Danke von ganzem Herzen!

Freitag, 23. Mai 2014

Stille

Wann ist es Zeit zu gehen. Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit sehr oft. Kann man gehen, wenn man überhaupt noch nicht angekommen ist, oder ist gerade das der beste Grund zu gehen? Menschen kennenlernen, sich selbst die Gelegenheit geben, den anderen in seiner Persönlichkeit wahrzunehmen. Und sich selbst zu öffnen damit es ein Ankommen gibt. Wenn ich mir nun aber nicht sicher bin, ob der andere ein gemeinsames Ankommen möchte? Dann ist es natürlich am besten den anderen zu fragen. Kommt dann im besten Fall eine Antwort, kann ich über den weiteren Schritt nachdenken und entscheiden. Aber was ist, wenn vom Gegenüber nichts oder wenn dann nur sehr kryprische Fragmente einer Antwort kommen? Wenn der andere selbst unsicher ist. Dann bin ich mit meiner Entscheidung komplett auf mich gestellt. Dann muss ich die Arbeit alleine machen. Was heißt, mich zu hinterfragen ob ich vielleicht zu ungeduldig bin, Dinge falsch verstehe und warum ich überhaupt bleiben oder gehen möchte. Oh Mann, warum kann es nicht mal einfach laufen? Weil das Einfache mich wohl nicht interessiert oder weil es kein Einfach gibt? In einer Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, wann ist es da einfach? Wenn beide schlafen. Aber auch da können die Geräusche des anderen bei Zeiten recht schwierig für den Bettnachbarn sein. WEnn das Gegenüber nicht klar artikuliert was es möchte ist es dann Zeit sich zu verabschieden? Aber was ist wenn das GEgenüber einfach ein anderes Tempo an den Tag legt? Gudult üben wäre da wohl das beste. Ja, und genau davon habe ich nicht allzuviel. Wie so oft bei mir, spricht mein Herz eine andere Sprache als mein Kopf. Mein Verstand weiß genau wie er es haben möchte, mein Herz will sich die neue Situation einfach nur mal in Ruhe anschauen. Will fühlen, will sehen was kommt und dann entscheiden. Mein Verstand hätte gerne schon alles unter Dach und Fach. Den Vertrag schon unterzeichnet sehen. Denn Verträge schaffen Sicherheit. Für den Moment. Aber auch Verträge können aufgelöst oder gebrochen werden. Bedarf es für das eigene Glück einen Vertrag? Ist Glück nicht die eigene Einstellung zu den Dingen? Liegt das Glück nicht in unseren Händen? Na wenn es so wäre, warum sind dann soviele Menschen unglücklich? Weil der Verstand immer was anderes möchte? Oder beschützt er uns nur vor zuviel Übermut? Sich seinen Gefühlen hingeben ohne den nächsten Schritt zu planen ist das der Weg zur Glückseeligkeit? Oder ist das nur der Highway to hell? Ist es nicht eine unglaublich schwierige Gradwanderung zwischen, auf sein Gefühl zu hören, danach zu handeln, und einfach nur blind in eine Geschichte hineinzulaufen? Fragen über Fragen und das am Freitag Abend. Wenn es in der Situation mit dem Gegenüber wunderschön ist, sich aber am nächsten Tag die Unsicherheit wieder breit macht, ist die ganze Angst dann dieses bisschen Glück wert? Ich weiß es nicht. Wenn ich es wüsste, dann könnte ich endlich handeln. Dann könnte ich endlich den Hammer in die Hand nehmen und mein Haus bauen. Aber so... so sitze ich da, denke Löcher in die Luft und höre Verstand und Herzem beim streiten zu.Ich stehe als stille Beobachterin zwischen diesen beiden, durchaus sehr präsenten Persönlichkeiten und bin schon ganz wirr. Manchmal schlage ich mich auf die Seite meines Herzens um dann doch dem Verstand wieder recht zu geben. Oh Mann, dass die nicht mal ne Pause machen können. Die Unsicherheit aushalten. Dass hat mir eine sehr kluge Person geraten. Recht hat sie. Auf jeden Fall. Nur leider hat sie mir nicht verraten wie ich das machen soll. Den Dingen die Möglichkeit des Laufenlernens zu geben, das wäre eine Möglichkeit. Stille im Herzen und im Kopf zu bewahren. Den Lärm ausschalten um die innere Stimme wieder zu beleben. Auf den Körper hören, denn der weiß eigentlich alles. Noch bevor es das Herz oder der Verstand weiß. Der indische Guru Ramana Maharashi hat einmal gesagt, dass Weise zu sein bedeutet, STILL zu bleiben. Ich werde es versuchen.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Stimmen im Kopf

Heute ist einer von den Tagen, wo meine erste Stimme im Kopf das Sagen hat. Es ist die Stimme, welche mir immer wieder unmissverständlich klar macht, wie klein und unbedeutend ich doch bin. Es ist die Stimme, die mir den Mut für die Zukunft streitig macht. Also für die Zukunft, die ich mir wünsche. Sie stellt sich mir in den Weg und brüllt aus vollem Halse: „Dreh um! Hör auf zu träumen! Geh einen soliden, anständigen und vor allen Dingen normalen Weg! Geh den sicheren Weg!“ Diese Stimme in meinem Kopf hat etwas sehr elternhaftes. Sie versucht mich zu erziehen und mich vor vermeintlichen Dummheiten zu bewahren. Ich kann diese Stimme schon verstehen. Selten bin ich den sicheren Weg gegangen. Eigentlich nie. Bin oft, statt geradeaus zugehen, links abgebogen um dann feststellen zu müssen, dass ich in einer Sackgasse stehe und so sehr ich mich auch bemühte durch die vor mir stehende Wand zu rennen, es einfach ein aussichtsloses und schmerzhaftes Unterfangen war. Das ist mit ein Grund, weshalb diese „Göre“ so laut plärrt. Der andere Grund ist meine ungestillte Sehnsucht. Sehnsucht nach Erfolg, Liebe, Glück, Frieden…. Und so weiter. (Das könnte jetzt wahrlich ins Unendliche gehen, aber das möchte ich keinem antun.) Meine Sehnsucht im Herzen lässt nicht locker. Sie streitet permanent mit meiner ersten Stimme, betitelt diese als spießig, unlocker, unfrei und wahnsinnig nervig. Meine erste Stimme ist mein Wusch nach Sicherheit. Gehe ich den „geregelten“ Weg, bin ich sicher. Dann habe ich weder materielle noch persönliche Probleme. Die Sehnsucht erweitert den eigenen Blick. Die Angst, dass die Träume nicht erfüllt werden beengt das Herz und legt einen Fels darauf. Die Sehnsucht nährt beides, den Willen den eigenen Weg weiterzugehen und die Angst zu versagen. Die Sehnsucht zeigt was sein könnte aber nicht ist. Ist die Sehnsucht nun gut oder böse? Ist sie aktiv oder passiv? Stillstand oder Bewegung? Hat meine erste Stimme Recht, wenn sie sagt, ich solle aufhören zu träumen und der Realität ins Auge blicken? Aber welcher? Der guten Realität, der gutgemeinten oder schlechten? Fakt ist, dass ich noch nicht da bin wo ich sein möchte, Fakt ist auch, dass ich weiter gekommen bin, als ich je dachte oder ahnte. Was ist der wirklich sichere Weg? Gibt es den überhaupt? Ist der eigene, sehnsuchtserfüllte Weg nicht immer auch mit Risiken verbunden? Unsicher? Und was ist mit dem vermeintlich „sicheren“ Weg? Würde er mich nicht unendlich unglücklich machen? Wenn wir alle auf unsere Sehnsüchte verzichten, diesen nicht mehr nachstreben, sind wir dann wirklich noch wir selbst? Ist bei allen Zweifeln und Unsicherheiten der gefühlt eigene Weg nicht doch der Sicherere? Weil wir ihn authentisch und ehrlich aus uns heraus gehen und somit immer mit uns in Sicherheit sind.?

Freitag, 2. Mai 2014

... vom lieben lernen

Was gibt es schöneres als zu lieben und geliebt zu werden?

Liebe zu lassen und lieben zulassen.

Sich völlig hingeben ohne dabei die Angst zu spüren, man könnte aufwachen und alles ist vorbei. Anders. Weg. Nur ein Traum.
Wahre Liebe spüren ist ein so fundamentales Gefühl. Mit nichts anderem zu vergleichen.
Befindet man sich im Feld der Liebe kann es einem schon mal den Boden unter den Füßen wegziehen. Eine starke Liebe bringt einen an den Grund seines Seins. Erinnert an "junge" Tage. An Kind sein. Erinnert an "alte" Tage. An das Ankommen.
Erfüllt Wünsche und Sehnsüchte.

Wo Sonne ist da ist auch Schatten. Und wo eine große Liebe ist, da kann sich die große Angst auch ganz schnell dazu gesellen.
Angst vor was?
Vielleicht vor der eigenen Courage. Vielleicht davor das Gefühl auszuhalten.
Da zu bleiben. Stehen zu bleiben. Die Türe nicht nur aufmachen, sondern auch offen halten. Den Ersatzschlüssel aus der Hand geben. Nicht den eigenen oder den vielleicht doch auch mal?
Wann kann ich mich fallen lassen ohne dabei abhängig zu sein, zu werden.

In einer starken Beziehung zu einem Menschen gibt es, glaube ich, immer eine gewisse Form der Abhängigkeit. Die Abhängigkeit des Gemeinsamen. Die kleinen Rituale, die sich im Laufe der Zeit einschleichen. Lieben um zu lernen, was es heißt zu lieben. Ich als "normaler" Mensch kann am besten lieben, wenn ich weiß, dass der andere mich auch liebt. Wenn es eine vertrauensvolle Basis mit dem Gegenüber gibt. Dieses "Lieben" finde ich super. Das könnte ich permanent, 365 Tage im Jahr. Aber was ist, wenn die Liebe nicht erwiedert wird? Bei dieser Frage muss ich immer an einen Mann denken, der mir vor vielen Jahren seine Liebe gestanden hat. Das alleine ist ja schon recht aussergewöhnlich, wenn ein männliches Wesen, den Mut aufbringt, glaubhaft und im verständlichen Tonfall seine Liebe zu äussern. (könnte es sein dass ich leicht verbittert wirke?)Aber Spass bei Seite. Er war in mich verliebt, ich aber nicht in ihn. Das habe ich ihm gesagt, mit ängstlicher Vorahnung auf das kommende Drama. Aber dieses blieb aus. Komplett aus. Er hatte mir seine Liebe ohne eine Erwartung an mich gestanden. Er war einfach nur glücklich damit, dieses Gefühl in sich zu tragen. Für einen pragmatisch veranlagten und sicherheitsdenkenden Menschen wie mich, unvorstellbar. Aber er war tatsächlich zufrieden damit, zu lieben. Nennt man das Erleuchtung? Ist es das wonach wir alle streben? Zu lieben ohne etwas dafür zu bekommen? Oder ist das einfach nur ein gut einstudiertes Verhalten, damit man den Schmerz der Ablehnung nicht spüren muss. Ich weiß es nicht. Bis heute. Ich habe diesen Mann danach noch öfter getroffen, immer wieder kam er auf mich zu und meinte wie sehr er mich liebt und wie gut es ihm mit diesem Gefühl geht. Jahre später muss ich immer noch an ihn denken. Nicht, weil ich mir denke ich hätte eine Chance verpasst, sondern weil ich von seiner unabhängigen Liebe tief beeindruckt bin.