Mittwoch, 22. September 2010

Böse Worte oder das Gezeter mit dem Pflaster

Ich habe Herpes.

Ich schreibe hier nicht von einer kleinen, brennenden Blase, nein. Das wäre ja kein Problem. Herpespflaster drüber, Lippenstift drauf und gut.
Das mit dem Pflaster ist aber schwierig wenn der Herpes so groß wie Amerika ist und stetig wächst...
Scheiße! Echt wahr.
Aber warum? Läuft doch alles so gut. So perfekt. Vom neuen Liebesglück berauscht lebe ich den Tag, die Momente und mein schönes Leben.

Eine sehr liebe Freundin sah mich und meinte nur: "Ha! Da müssen böse Worte raus."
Blödsinn, dachte ich im ersten Moment.
Im zweiten war ich mir da aber schon gar nicht mehr so sicher...

Diese bösen Worte haben nichts mit meinem aktuellen, großen Glück zu tun. Oder vielleicht doch? Lässt mich dieses wunderbare Glück nicht sehen wie unglücklich die Vergangenheit war? Wie kalt und stumm? Und wie kalt und stumm auch ich zu mir war?
Wenn ich vielleicht mal öfter mit mir selbst gesprochen hätte, wäre mir viel Schmerz erspart geblieben? Ja klar, danach ist m(M)an(n) oder Frau immer schlauer.
Und jetzt?
Jetzt geht es mir gut. Richtig gut. Eigentlich bin ich sogar glücklich. Nicht nur eigentlich. Ich bin glücklich. UAAAAAA! Das auszusprechen oder auszuschreiben macht mir Angst. Große Angst. Und setzt mich unter Druck.
Was setzt mich unter Druck? Das Gefühl? Die Erwartung? Welche Erwartung?
Definitiv meine eigene.
Der andere hat keine Erwartung, außer die mich glücklich zu machen.
Ja gibt es denn sowas noch? Ein Gegenüber, dass einen liebt so wie man ist? Ein Gegenüber, dass einem sagt wie schön man ist und das auch noch so meint?
Ja. Gibt es.
Ich erfahre das jeden Tag und viele Nächte :-) am eigenen Leib.
Wie wunderbar und einzigartig. Was für ein großes Geschenk.
Aber was bereitet mir den Stress?
Der Stress fängt beim Gefühl an. Das Gefühl halten zu wollen, halten zu können.

Aber kann man Gefühle halten? Aushalten? Festhalten? Erhalten?

Na, das "Gefühl aushalten" ist keine einfache Sache. Für mich auf jeden Fall. Ein Gefühl aushalten, heißt es wahrnehmen, es sich anschauen, es so annehmen wie es ist. Ohne dabei großartig Tamm Tamm zu machen.
Und da bin ich nun am Punkt. Das Tamm Tamm gehört zu mir, wie der Eifelturm zu Paris, wie das Riesenrad auf die Wiesn und wie die Isar nach München.

Ich bin eine Tamm Tamm Macherin.

Wenn ich zum Beispiel wenig geschlafen habe und am nächsten Tag müde bin, dann bin ich nicht nur einfach müde, weil mich mein Kopfkissen zu wenig gesehen hat, sondern meine Haut ist dann "dünn", ich falle in schwarzgetränkte Tiefen und mein Leben nimmt einen dunklen Verlauf aus den ganzen dramatischen Gefühlen heraus, die sich in meinem schlafentzug geschädigten Herzen ihren Liegestuhl aufschlagen um dann genüsslich ihren Cocktail zu schlürfen und deren sentimentales und verzweifeltes DAsein feiern.

Aber wo hab ich diesen Blog eigentlich angefangen? Mit was? Ah ja mit meiner Verletzung am Mund. Und schon wieder. Die "Verletzung" ist eine ganz normale dicke (sehr dicke) Blase gewesen. Sie tat weh. Ja! Aber! Ohne Tamm Tamm wäre es ein ganz banaler großer Herpes gewesen. Aber mit Tamm Tamm habe ich mir doch glatt überlegt mich krank schreiben zu lassen um meine geschundene Lippenhälfte zu beweinen.
Ich habe mich nicht krank schreiben lassen. Nach 12 Jahren Therapie lasse ich mich nicht mehr wegen eines Herpes krank schreiben.
Ich stehe dazu, zu ihm. Pflaster drüber und gut.

Wirlich gut?

Wäre der Herpes mein tobender Anspruch an mich selbst, dann würde so ein beschissenes Pflaster garnichts helfen. Genauso wenig wie meine eigenen guten Ratschläge für mich selbst.

Das einzigst was hilft ist dem Anspruch die Hand zu geben, ihn zu begrüßen und ihn einfach so zu nehmen wie er ist. ANSPUCHSVOLL. Und scheiß ANSTRENGEND.

Die wahren Veränderungen geschehnen ohne sich bemerkbar zu machen. Wenn ich mich annehme, aushalte, festhalte und erhalte so wie ich bin, verändere ich mich.

Klingt komisch, ist aber so. Und, sieht gefährlich aus, ist es aber nicht.

Donnerstag, 19. August 2010

Eitler Fatzke

Das Ego so groß wie ein Nilpferd, ach was schreibe ich, wie ein Dinosaurier. Die Klappe stets offen, auch und besonders dann wenn, ungefragt.
Was ist schlimmer als ein Mann? Zwei Männer. Oder? So ein Mann. Wenn das Wort Mann hier überhaupt benutzt werden darf. Auch Wörter haben ihre Ehre.

Ehrlich, ich habe nichts gegen selbstbewußte Menschen. Im Gegenteil, ich mag sie. Ich kann von solchen Menschen lernen, was den eigenen Respekt anbelangt. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass man(n) sich Respekt erarbeiten muss. Respekt ist nichts was einem vor her geht. Ich respektiere den anderen in seiner Menschlichkeit. Natürlich!
Aber nicht in seiner Männlichkeit. Das ist ein großer Unterschied.
Bloß weil Mann, als erster im Garten Eden sich breit gemacht hat, hat er noch lange nicht der Weisheit letzten Schuss.

Ich hasse diese ganzen eingebildetet, arroganten, von sich selbst überzeugten, pseudo Frauen verstehenden Möchte- Gern - MACHOS.

Lasst Euch geschrieben sein: Es geht nicht immer nur um Euch!!!! Stellt Euch vor, auch das weibliche Gegenüber hat das eine oder andere Mal, natürlich nur ganz selten und von Natur aus auch sicherlich unwichtig, aber auch bei uns kommt es vor, dass wir eigene Themen haben, mit denen wir uns beschäftigen. Hier natürlich ein großes Entschuldigung von Evas-Seite, dass sie uns mit einem eigenen Verstand ausgestattet hat. Ja! Sogar mit eigenen Bedürfnissen.

Wer (und jetzt bitte sorry für meine Ausdrucksweise) ficken will MUSS lieb sein! Scheiße nochmal, aber so ist es eben.
Wenn ich mich empfangsbereit fühle, dann komme ich doch auch nicht mit dschungelartigem Gewächs im bestimmten Breich an, motze erst mal rum und behandle mein Gegenüber von einem höhenmäßigen Thron wie es der Olympiaturm nicht größer sein könnte.
Wobei das ja immer hin noch heißen würde, dass mich mein Gegenüber wahr nimmt. Und da hakt es. Ja! Die Wahrnehmung ist, ob man(n)/frau das nun glaubt oder auch nicht, für unsere penistragenden Mitmenschen keine so leichte Sache. Also die Wahrnehmung des weiblichen Gegenübers.

Wirklich! Ich bin keine Alice Schwarzer, ich renne auch nicht mit kurzgeschorrenem Haar und karierten Flanellhemd, "Schwanz ab" singend durch die Gegend. Nein, ganz sicher nicht! Ich mag Männer, ich mag sie sogar sehr! Ich mag die kleinen Hengste die vor Freude auf den nächsten Ritt wild mit den Hufen scharren. Die Männer, die sich immer ein bisschen zu ernst nehmen. Männer, die es manchmal einfach nicht kapieren, dass eine Umarmung, mehr als 1000 Taten sagt.
Aber was ich nicht mag, das sind Männer, die meinen sie und zwar nur sie, seien der absolute Schlüssel zum Glück. Männer, die sich so überhaupt nicht reflektieren, aber genau von dem unglaublich überzeugt sind. Männer, die keine Verantwortung für den/die andere(n) übernehmen. Männer, welche ihr Gegenüber als Spiegel benützten. Wie Narzist, der sich im Wasser spiegelnd seiner Schönheit immer wieder wahr wurde.
Ich bin mehr als ein Spiegel. Ich bin das Bild. Und wer damit nicht klar kommt, kann gehen. Ganz einfach.
Seitdem ich diese Erkenntnis habe, lebe ich leichter. Ruhiger. Besser.
Und ich habe defenitiv mehr Spaß!
:-)

Freitag, 6. August 2010

vom verwirrten Herzen...

Liebes verwirrtes, kleines Herz.
Ich war so froh Dich wieder gefunden zu haben. Wieder bei und in Dir zu sein. Nach diesen stürmischen Zeiten wieder einen festen Anker zu haben. Nach dem Schiffsbruch wieder an Land zu gehen.
Wirklich schön angekommen zu sein.

Der eine Sturm ist überstanden, aber jetzt droht schon wieder der nächste zu drohen.
Droht er wirklich nur zu drohen oder ist er schon komplett am Start und ich habs wieder mal nicht mitbekommen... Na ja, wie auch, war ja auch nicht geplant, auf jeden Fall nicht in dieser Form. Könnte eine faule Ausrede sein.
Sicher kommt es darauf an was ich aus meinem Hurrikan mache. Ob ich ihn ernst nehme, wie sonst. Ihn wüten, mein Gerippe niederreißen und alles auf den Kopf stellen lasse, oder ihn einfach nur betrachte als etwas das sein könnte aber nicht ist.

Wenn ich es wie immer mache, dann werde ich hysterisch, denke an nichts und niemanden anderen, rede mir alles schlecht und damit aus und sehe das Ende schon lange vorm Anfang. Wenn ich es wie immer mache, dann wird jede meiner Handlungen 1000 Mal hinterfragt, alles was ich von mir gebe als "peinlich und aufdringlich" bewertet (natürlich nur von mir) der Bauch und somit mein wahres Gefühl ausgeschaltet und dem verwirrten Etwas, welches sich meine Gedanken nennt, überdimensionalen Platz eingeräumt.

O.k. so könnt ich es machen...

Aber mal ganz ehrlich, ich hab meiner Therapeutin nicht so viel Geld gezahlt, damit ich jedes Mal den gleichen Fehler mache. Nö, seh ich nicht ein.
O.k. dann anders... ABER WIE?????
Wäre ich meine Freundin, was würde ich mir raten.
"Liebe xyz", würde ich sagen, "hör fest in Dich hinein und fühle was Du möchtest, hör auf Dir Gedanken über ungelegte Eier zu machen. Vertrau auf Dich, Deine Wahrnehmung und vertrau darauf, dass Du ein Geschenk für Dein Gegenüber bist. Und bleib bei Dir. Und vorallem,MACH DICH LOCKER!!!"

Wer für sich selbst eintritt muss sich für nichts schämen. Wenn wir authentisch sind, dann brauchen wir keine Tricks, dann müssen wir nicht manipulieren, weder uns noch den anderen.
Ich sehe mein Gegenüber und ich sehe mich. Gefällt mir was ich sehe? Ja sehr! Alles?
Nein, nicht alles. Das ist in Ordnung. Mir muss nicht alles gefallen was ich sehe. Auch meinem Gegenüber gefällt eventuell (bei mir aber schwer vorstellbar) nicht alles an mir.
Die Wahrheit klärt den Blick. Sie schafft Vertrauen. In mich. In mein Gegenüber, das mich anlacht und zum träumen einlädt.
Wunderbare Momente einander schenken und dabei nicht der Bedeutung zuviel Bedeutung geben.
Was ist Wunsch und was Realität? Im Wort Traummann steckt es schon drin. Der Wunsch nach der Erfüllung des eigenen Traumes. Wer mein Gegenüber tatsächlich ist, kann ich nur entdecken, wenn ich mir meiner eigenen Träume und Wünsche bewußt bin und diese auch bei mir lasse und nicht bei der besten Gelegenheit dem anderen anziehe.
Mich nicht abhängig von den Taten aus zweiter oder dritter Hand machen. Und immer wieder das gleiche.... Die Handlungen der anderen, bei den anderen lassen. Sie mir nicht zu eigen machen. Oh Mann wenn das so einfach wäre...
Ja, es ist einfacher und auch unterhaltsamer sich zu überlegen warum der andere dies oder jenes macht, anstatt sich hinzusetzen und sich mit der eigenen Situation zu befassen. Noch schwieriger ist es sich einzugestehen, dass man sein Gegenüber nicht in der Hand hat. Leider ist er nicht zu führen wie eine Puppe am Faden.

Na, eigentlich bin ich darüber ganz froh. Manchmal wäre es zwar einfacher. Für den ersten Moment. Für die Express-Glückserfüllung. Wenn ich im Glücksrausch bin, dann lege ich ein Tempo vor, das nur schwer mitzuhalten ist. Eigentlich ganz gut wenn der andere die Bremse zieht oder auf jeden Fall einen Gang runter schaltet.
Mit Vollgas gegen die Liebesmauer zu rauschen ist echt kein Vergnügen. Mir aber leider schon einige Male passiert.

Ich möchte es dieses Mal wirklich anders machen. Hoffentlich hat das auch die komplette Besatzung meines Seins mitbekommen. Besonders meine Angst. Ich möchte sie nicht schuldbewußt zur Seite schieben, möchte ihr Platz geben, sie aber nicht ins unermessliche wachsen lassen. Meine Angst das ist auch so ein Thema. Sobald sich Gefühle des Glücks auftun kommt die hauseigene Polizei namens "Angst" und macht die Schotten dicht. Sie wappnet sich für den Angriff.
Aber vielleicht kommt ja gar keiner. Oder vielleicht kommt nur ein Angriff weil die Verteidigung nichts anderes zu lässt?

Wie dem auch sei. Ich mache es dieses Mal anders!

Querschläger gibt es immer wieder, aber die machen mich aus. Sie stellen mich vor neue Aufgaben und sind mein Prüfstand darüber, wo ich stehe. Ich bin auf der Suche und von Herausforderung zu Herausforderung komme ich meinen Ziel immer näher.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Lauf Forrest! Lauf!

Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Menschen. Menschen die laut sind, Menschen die verschwiegen und leise sind, Menschen die freundlich in den Tag hinein gehen, andere die den Tag zur Nacht machen, weil ihnen das Licht nicht nur in den Augen weh tut. Nicht mit jedem Menschen kommt man von Anhieb gut zurecht. Bei Manchen bedarf es eines klärenden Gespräches, bei einigen muss man erst das eigene Revier abstecken oder man muss sich langsam einander nähern, damit die Nähe auch zur Ruhe führt.
Ich habe im Laufe meines jungen Lebens viele verschiedene Arten meiner Artgenossen kennen gelernt. Einige davon lieben, wenige hassen. Wirklich sehr wenige hassen und darüber bin ich froh, denn der Hass ist ein so mächtiges Gefühl. Er bindet viel mehr als die Liebe. Der Hass lässt nichts übrig, er macht blind, verwirrt und gibt nicht viel Platz für Neues.
Immer wieder bleibe ich bei Menschen hängen, die mir eigentlich keinen Grund dazu geben bei Ihnen stehen zu bleiben. Oder vielleicht doch? Diese Menschen sind meist sehr verschwiegen. Auf der Suche nach Liebe, die sie, wenn sie diese dann haben, nicht aushalten. Menschen die nach Verantwortung streben, für diese aber nicht eintreten wenn es darauf ankommt. Menschen für die Wörter wie Liebe und Vertrauen eine unglaublich negative Bedeutung haben. Liebe und Vertrauen machen in ihren Augen schwach und abhängig.
Vielleicht ist es das was mich dort immer wieder verweilen lässt. Die gemeinsamen Ängste. Die gemeinsame Angst um die eigene Integrität.
Aber was ist das Integrität?
Ein integrer Mensch lebt in dem Bewusstsein, dass sich seine persönlichen Überzeugungen, Maßstäbe und Wertvorstellungen in seinem Verhalten ausdrücken. Was ist aber wenn das Bewußtsein dafür nicht da oder nur stellenweise vorhanden ist? Was ist wenn die eigene Wahrnehmung verschleiert ist? Verschleiert durch den eigenen Vorhang, den man sich jahrelang mühevoll zusammen gesponnen hat?

Ich kenne die Bilder der Nebenrealiäten, welche man sich schafft um nicht wirklich "hinschauen" zu müssen. Denn das Hinschauen tut meistens sehr weh. Das Hinschauen ist verdammt unbequem und erfordert sehr viel Anstrengung. Nicht jeder ist bereit zu ändern was ein Leben lang schon irgendwie funktioniert hat. Manche haben sich ihr eigens Haus gebaut, aus dem sie vielleicht mal an Silvester raus kommen um zu sehen ob die Erde sich noch dreht. Aber selbst dieser Gang erfordert viel, denn der Realität kann keiner wirklich entwischen. (Außer er hat verdammt gute Drogen) Nicht umsonst heißt es "die Realität hat mich eingeholt".
Natürlich tut sie das. Vielleicht nicht sofort, vielleicht nicht von dem Menschen den es gerade betrifft. Vielleicht zeigt sich das kleine, glitschige Ding erst nach Jahren der Zersteuung. In der U-Bahn, auf dem Weg zum Kiosk oder im Kino. Aber eines ist sicher, die Realität ist absolut!

Vor einigen Jahren habe ich damit angefangen aus meinen Gedachten heraus, mich mit meiner direkten Umwelt zu befassen. Mir alles anzusehen, was nicht in meinem Kopf, sondern vor meinen Augen passiert. Vieles hat damals nicht zusammen gepasst.

Eines wurde mir sehr schnell bewußt, es gibt nicht viele klare Menschen. Menschen bei denen das Gedachte und Gefühlte mit dem Getanen übereinstimmt. Ein großer Teil von mir hat sich an mich selbst erinnert gefühlt. Das hat mich traurig gemacht. Aber auch wütend auf mich. Ich habe mich geschämt, meiner Umwelt vieles vorgemacht zu haben, was ich damals dachte, was von mir verlangt, erwartet werden würde. Ich war nicht ehrlich.
Weder zu mir, noch zu den anderen.
Diese Erkenntnis ist nicht gerade das erste was ich bei einem Date gezählen würde. Nein wirklich nicht. Aber ich bin um diese Erkenntnis von Herzen froh. Ich bin dafür dankbar. Sie hat mein Leben verändert.Sie hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Sie hat mir die Kraft gegeben einen anderen Weg einzuschlagen. Natürlich kommen immer wieder die Hürden, des Inneren und Äußeren geblablabla.... aber die Hürden werden von Mal zu Mal kleiner. Es kommen auch Rückschritte. Nicht von allem kann man sich so ohne weiteres in Klarheit lösen. Vieles ist noch verwirrend, aber sehr vieles auch nicht mehr. Hat man sich einmal dazu entschlossen diesen Weg zu gehen, gibt es kein Zurück mehr. Situationen müssen auf einmal ausgehalten, Standpunkte vertreten werden. Auf dem Weg der Klarheit heißt es viele Menschen stehen zu lassen. Menschen, die den Wunsch nach wahrer Integrität nicht teilen. Das ist oft sehr schwer. Das ist oft mit viel Leid verbunden. Nicht jeder lässt einen in Liebe ziehen. Eigentlich die wenigsten.
Aber dieses Opfer zu bringen ist es wert. Wert für das eigene Leben und die eigenen Bedürfnisse einzustehen.
Mit der Zeit wird es leichter die einen von den anderen zu unterscheiden. Manchmal packt mich noch die Angst wieder bei den "Falschen" hängen zu bleiben. Wenn das passiert muss ich immer an meine geliebte Freundin denken, die mir auf die Frage, was ich denn tun solle, sollte mir wieder ein Mensch aus der Kategorie (eigentlich hasse ich es Menschen in Kategorien einzuteilen, es sei mir hier verziehen), aus der Kategorie "extrem Nähe empfindlich" begegnen, mich freudestrahlend ansah und nur schrie:
"Lauf Forrest! Lauf!" :-)

Montag, 26. Juli 2010

Als die Elefantendame auf die mietzende Löwin traf

Diesen Blog widme ich einer Freundin.
Nicht irgendeiner, nein einer ganz bestimmten.
Sie ist groß und laut, temperamentvoll und ungezwungen. Sie hat eines der größten Herzen, welches hinter einem nicht minder großen Busen zu Hause ist.
Das zeichnet übrigens auch meine anderen engen Freunde aus, nicht ihre Brüste nein! sondern dass sie Herzen so groß wie eine Elefantenherde haben.

Unglaublich manchmal kann ich es gar nicht fassen so reich mit diesen wunderbaren Menschen beschenkt zu sein. Sie sind einfach da. Halten mich im Dunklen und heben mich ins Licht. Zeigen mir die Welt in einer anderen Beleuchtung. Und lieben mich so wie ich bin.Unglaublich!

Nun aber wieder zurück zu meiner Freundin für die ich diesen Blog hier schreibe.

Was sie auszeichnet ist ihre Verlässlichkeit, ihre Ehrlichkeit, ihre Stärke. Wie eine Löwin kämpft sie für die, die ihr wichtig sind. Ich gehöre dazu, dass macht mich sehr stolz.

Mit dem Kopf durch die Wand! Egal aus welchem Material diese ist. Manchmal ist die Wand so dick, dass sie nach dem Zusammenstoß mit allen vieren von sich gestreckt liegen bleibt. Erschöpft und nieder geschmettert, weil es nicht so funktioniert hat, wie sie das wollte oder erhoffte.
Aber so stark der Aufprall auch war, sie steht immer wieder auf. Den Kopf stolz nach oben gerichtet.

Sie ist eine Löwin, eine Königin, eine Kriegerin.

Eine unsagbar starke Frau mit einem Kern der weicher und verletzlicher nicht sein könnte. Eine kleine sensible Mietzekatze, die gerne gestreichelt und verwöhnt wird. Gehalten und getragen. Ihre Löwenmähne ist aber manchmal so dicht aufgestellt, dass man(n) das übersehen kann. Wie ein Hase beim Nestbau wird gebuddelt und gebuddelt. Es wird sich keine Pause gegönnt, denn die hat sie nicht verdient.
So meint sie.
Manchmal hat sie eine komische Angewohnheit. Sie blickt in den Spiegel und anstatt glücklich darüber zu sein, was sie dort sieht, ist sie unzufrieden und verunsichert. Vielleicht ist ihr Spiegel kaputt...?
Ich würde gerne mal durch ihre Augen sehen, damit ich den Kummer verstehen kann, denn so fällt es mir schwer. In meinen Augen ist sie wunderschön, in meinen Augen ist sie perfekt in all dem was nicht zu passen scheint, ist sie einzigartig.
Sie ist eine Anschieberin, eine Organisatorin - im Gegensatz zu mir! Wenn ich z.B. anfange mir zu überlegen was für ein Kleid ich eventuell zu einem Fest anziehen könnte, hat sie schon längst das komplette Fest organisiert. Wenn ich diese Freundin nicht hätte, dann würde mein Alltag um einiges verlöcherter aussehen. Sie ist es die mir immer wieder Nadel und Faden bringt und mir beim Ausbessern hilft, beim Brücken bauen. (Keine Angst, ich mach jetzt keinen auf Udo Lindenberg).

Ich liebe diese Freundin von ganzem Herzen.

Manchmal irritierend zu sehen wie diese stolze Frau verschüchtert weg sieht wenn man ihr ein Kompliment macht. Wie sie ganz selbstverständlich auf ein anderes Thema kommt wenn das Gesagte zu schön oder zu schmeichelnd für sie ist. Das hält sie nur schwer aus.
Aber sie arbeitet daran, wie sie an allem arbeitet, besonders an sich. Diese mietzende Löwin mit dem Elefantenherz geht mit sich ins Gericht und das nicht gerade zimperlich. Wie ich finde, oft zu arg.
Sie hinterfragt, reflektiert und versucht zu verstehen. Alles in sich aufzusaugen und zu verarbeiten.
Gäbe es mehr Menschen wie sie, die Welt wäre ein bunterer, schönerer und unterhaltsamerer Ort. (Das gilt für alle meine Freunde)

Ihr Motto lautet: Humor ist wenn man trotzdem lacht. Gerne räumt sie auch mal den einen oder anderen Keller auf, wenn der wie sie sagt "Saustall" zu groß wird.
Sie ist eine recht reinliche Mietzekatze, die durch aus auch mal ganz schnell von null auf hundert rauschen kann... wenn der, ich zitiere, "Schmarrn zu bunt wird".

In ihrer Vehemenz ist sie schwer erreichbar. Sie akzeptiert das Leben nicht einfach so. Sie stellt es in Frage. Sie würde keinen Menschen, nur wegen seines Aussehens oder seines Ranges respektieren. Respekt muss man sich bei ihr erarbeiten.
Sie ist die Löwin, die ihren Lieben ein zu Hause gibt. Manchmal vergessen ihre Lieben leider, ihr ebenfalls eines zu geben. Dann zieht sie sich verletzt zurück und leckt ihre Wunden. Sie würde sich selbst dabei aber niemals leid tun.

Krieger kämpfen und erholen sich für den nächsten Kampf und dann kämpfen sie weiter...

Ich sehe wie wunderschön sie ist und ich wünsche mir, dass sie es auch sehen kann, denn dann würde sie vielleicht das eine oder andere Mal ihre Waffen niederlegen und einfach nur sein.
Sein was und wie sie ist.

Eine großartige, wundervolle und einzigartige, brüllende Mietzekatze mit einem riesengroßen Herzen. :-)

Mittwoch, 30. Juni 2010

So leicht wie eine Feder

Morgens aufstehen und glücklich sein.
Froh am Leben zu sein. Dankbar für das was ist. Strahlend in die Welt hinaus gehen, die Sonne mit anderen teilen. Schlechte Laune des Gegenübers wahr- aber nicht annehmen. Sich leicht fühlen, sich gut fühlen, am richtigen Ort zur richtigen Zeit umgeben von Liebe und Aufmerksamkeit. Die Welt bunt sehen (ohne LSD :-)). Freude an den kleinen Dingen haben. Einen Milchkaffee mit der liebsten Freundin trinken, ein Lächeln des Kantinenspülers (das besonders schön ist, weil er schwarz ist und wunderschöne weiße Zähne hat)

Berauscht vom kleinen Glück. Das gar nicht klein ist. Es ist nur alltäglich und deshalb leicht zu übersehen. Tag für Tag auf die besonderen Dinge achten. Sie schätzen! Sie sehen! Sich einfach freuen!!! Es bedarf keinen Lottogewinn, keinen besonderen Event, das Leben ist Event und Lottogewinn genug! Das Leben in all seinen Farben, Formen und Tönen genießen. Das Leben wie es ist pur und rein. Der Augenblick, die Gegenwart. Wie wunderbar.
Ein Tost auf das Leben!!! Es schmeckt so gut. Es tut so gut. Dankbar sein für das was ist. Groß wie klein. Laut und leise.

Es ist nichts besonderes passiert.

Heute morgen bin ich aufgestanden und habe beschlossen glücklich zu sein. Einfach so. Und es gelingt mir. Das Schöne sehen und das Schöne denken. Wie ein Feuerwerk in meinem Herzen. Ein Fest in meiner Seele.
Wenn ich Gutes sehe, kommt Gutes in mein Leben. Wenn ich lache kommt ein Lachen zurück (manchmal vielleicht ein zahnloses, aber ein Lachen).
Froh sein ohne Angst zu haben, dass ich dafür "büßen" muss. Froh sein, weil ich weiß, dass ich es verdient habe.
Wie jeder Mensch verdient hat, glücklich zu sein.
Auch ich.
An diesem Wissen muss ich noch arbeiten, noch daran feilen, dass es wahr ist. Dass ich nichts dafür tun muss, mir nichts "verdienen" muss um glücklich sein zu dürfen.
Darf man glücklich sein? Muss man glücklich sein? Soll man glücklich sein?
Ich für meinen Teil BIN glücklich.
Jetzt in diesem Moment.
Wie wunderbar und einfach. :-)

Dienstag, 29. Juni 2010

Der schwere Sack

Das Herumschleppen eines schweren Sackes ist eine extrem anstrengende, wenn nicht gerade zu verdammt doofe Angelegenheit. Ich schreibe hier nicht vom greifbaren Gegenstand wie ein Sack Sand, ein Sack Holz oder ein Sack Kohle. Nein, diese Säcke meine ich nicht.
Meinen schweren Sack sieht man nicht. Nicht direkt, aber seine Auswirkungen sind klar zu erkennen. Die schlechte Laune, welche einem plötzlich überkommt, die Zerstreutheit, die den Geist verwirrt, der am Fuß hängende Schwermut, die plötzlich explodierende Aggression.
Nicht zu sehen was man umso intensiver spürt irritiert mich. Das ins Leere greifen, wo doch eigentlich soviel ist... Nur was?
Was macht mich traurig, wütend und müde? Was lässt mich resigniert wie einen durchgespielten Turnschuh durch die Gegend laufen? Das tiefe schwarze Loch, das in meinem Bauch herrscht und wütet und waltet. Ja, was genau ist das? Vielleicht die Unzufriedenheit mit meiner momentanen Gesamtsituation?
Eigentlich nicht. Eigentlich ist meine momentane Gesamtsituation recht passabel. Kommt auf die Sichtweise an. Wie alles oder so vieles genau darauf ankommt wie man Situationen bewertet, aus welchem Winkel man sie betrachtet. Ob man sie gut oder schlecht sehen möchte.
Ich will alles gut sehen. Das nehme ich mir jeden Tag vor. Beim Aufstehen sage ich "danke" für die Dinge, die ich habe, für die Menschen, die ich kenne, für die Liebe in meinem Leben. Denn da ist ganz viel Liebe und Wärme. Im Hier und Jetzt herrscht Friede.
Was aber zieht mich runter? Die Vergangenheit, die ich selbst nicht mehr in der Hand habe oder vielleicht auch nie in der Hand hatte?
Die Vergangenheit ist etwas Abstraktes. Für den Betrachter der Vergangenheit, hat die Vergangenheit bereits entschieden. Was hätte anders, besser laufen müssen, damit es mir im Hier und Jetzt nicht immer wieder einmal den Boden weg ziehen würde?
Vieles, wirklich vieles hätte anders laufen müssen. Hat es aber nicht. Mühselig es sich zu wünschen, denn es ist ein Unterfangen ohne Ende. Da könnte ich mich ja gleich ans Meer setzen und das Wasser mit einer Muschel auslöffeln.
Wenn die Gegenwart schön ist warum kommt dann die Vergangenheit und macht alles kaputt? Oh Gott jetzt ist es soweit! Ich bin ein Psycho!!!!! Depressiv, verkorkst und therapiebedürftig.
Nichts desto Trotz glaube ich, dass ich da nicht die einzige bin. Das beruhigt mich. Die meisten Menschen haben eine unschöne Vergangenheit oder Kindheit. Die einen mehr als die anderen. Ich kenne wenige, die mit Überzeugung sagen können, sie hatten durch und durch eine tolle Zeit als Kind. Den Wenigen sei es natürlich von Herzen gegönnt, es können ja nicht nur Gestörte durch die Gegend laufen :-)
Aber zurück zu dem was mich nach unten zieht. Das Loch, der Sack.
Ich glaube es ist ein Gemisch aus Erhofften, Ersehnten, Nichterfüllten und dem Wissen, dass es nicht möglich ist das alles abzustellen, los zu werden.

Oder vielleicht doch?

Wie wäre es denn das ganze Gebräu zu nehmen und einfach stehen zu lassen? Das Gepäck abstellen. Aber wo? An einem sicheren Ort. An einem Ort wo niemand den Koffer öffnen kann. Mein Versteck, mein Geheimnis. "Zutritt verboten" - "Sperrgebiet". Nur ich kenne den Weg dort hin. Vielleicht noch ein zwei andere. (das muss ich mir noch überlegen). Und dann geh ich einfach weiter. Befreit und leicht. Als wenn nichts wäre. In der Gegenwart ist alles gut. Keine alten Geister die mich rufen, keine Schatten die mich verfolgen, kein weinen des gequälten Kindes. Nur wenn mich die Sehnsucht packt kehre ich zurück. Zum Ort des Gewesenen, zu mir in einem anderen Teil meines Lebens. Zu einer anderen Person in mir. Wenn dieses Kind schreit bin ich da. Öffne die Truhe. Halte es, umarme es, tröste es und lege es beruhigt schlafen. Dann sperre ich den Ort wieder ab. Verstecke den Schlüssel und gehe in die Gegenwart. Ins Licht. In mein aktuelles Leben, voll mit Liebe und Frieden. Sammle Kraft und Ruhe für meinen geheimen Ort. Im Klaren, dass das eine das andere bedient und nährt. Alles ist gut. Der Erwachsene sorgt für sein Kind.