Ich hab ein halbes Leben gebraucht,
um diese Zeilen zu schreiben,
um dir auf diese Art und Weise je Gefühle zu zeigen.
Und diese Liebe in mir in einem Text zu beschreiben
um mit dir Hoffnungen und genauso wie auch Sorgen zu teilen.
Fällt auch die Ehrlichkeit schwer, so bleibt doch der zu beneiden, der sich auf ihre Seite stellt
um sie mit jedem zu teilen.
So kann die Wahrheit nicht für immer im Verborgenen bleiben,
denn was die Zukunft uns bringt können wir nicht morgen entscheiden.
Du hast dich längst schon entschieden,
nicht mehr nur ängstlich zu Leben.
Du willst dich weiter verändern
um etwas weiterzugeben
Hast schon zu lang überlebt,
um noch lang zu überlegen.
Das Leben ist und bleibt zu kurz um sich ihm nicht zu ergeben.
Denn alles was uns umgibt
auf diesen blauen Planeten.
Ja alles was exzistiert,
ist von Bedeutung für jeden.
Du findest Frieden in dir, wehrst du dich nicht mehr dagegen.
Und nimmst egal was passiert, es an als Teil deines Lebens.
Du bist ein Kind dieser Sterne,
ein Engel des Lebens,
du bist der lebende Beweis für mich, für Elfen und Feen,
du bist ein Wesen aus Licht,
ewige Quelle der Freude,
ich gebe mein Leben für dich.
Ja, Gott ist mein Zeuge.
Du bist das größte Geschenk, in diesem Leben für mich.
Denn du bist wunderschön lebendig, wie das Leben an sich.
Und täglich rettest du mich,
deshalb versprech ich dir heute,
Ich würd sterben für dich,
und Gott ist mein Zeuge.
Weil einsam bleibt wer nur an sich alleine denkt,
weil dieses Leben nichts wert ist,
wenn man es keinem schenkt,
Und auch weil sich die Liebe erst mehrt, wenn man sie nicht für sich behält,
schreib ich diesen Text für dich, vor Gott und der Welt.
Da du mich immer dran erinnerst,
das es Engel auf Erden gibt,
eine Liebe die grenzenlos,
ein Versprechen das ewig währt,
eine Quelle die nie versiegt, und allem zu Grunde liegt,
Weil du heilende Hände hast und dein Herz auf der Zunge trägst,
Schmerzen verschwinden lässt,
mit nem Lächeln das Bände spricht,
dein Verständnis kein Ende nimmt,
deine Seele unendlich ist,
deine Sätze Gebete sind, die du für mich sprichst.
Und auch aus tausend andren Gründen liebe ich dich.
Wir verlassen die Einheit um geboren zu werden,
und wir kehren zu Ihr zurück indem wir sterben,
Doch dich hat der Himmel geschickt,
Wie ein Engel lädst du mich ein, im Herzen vereint,
Gottes Zeuge zu sein.
Du bist ein Kind dieser Sterne,
ein Engel des Lebens,
du bist der lebende Beweis für mich, für Elfen und Feen,
du bist ein Wesen aus Licht,
ewige Quelle der Freude,
ich gebe mein Leben für dich.
Ja, und Gott ist mein Zeuge.
Du bist das größte Geschenk, in diesem Leben für mich.
Denn du bist wunderschön lebendig, wie das Leben an sich.
Und täglich rettest du mich,
deshalb versprech ich dir heute,
Ich würd sterben für dich,
und Gott ist mein Zeuge.
Freitag, 20. Februar 2015
Samstag, 7. Februar 2015
Freischwimmer
Auf zu neuen Ufern, die Schwimmweste über Bord geworfen segelt das Schiff, mit der Vergangenheit im Rücken, Richtung Zukunft dahin. Die Gegenwart, eine Momentaufnahme im Hier und Jetzt. Neu, prickelnd, verführerisch und doch beängstigend.
Beängstigend, weil das Erlebte noch immer wütet. Klein, viel kleiner und weniger, aber noch nicht ganz vorbei. Aber nicht mehr wert als ein kurzer Schauer. Abgeschüttelt und vollendet. Um das Neue zu sehen, zu spüren und zu lieben. Die kleine Saat geht auf, beschützt im Schatten der Vertrautheit.
Geht das Spiel wieder von vorne los, nur mit anderer Besetzung? Die gleichen Kostüme, die gleichen Mono- und Dialoge? Der gleiche Inhalt?
Nein! Auf keinen Fall!
Das Drama des Opfers ist abgespielt. Der letzte Vorhang ist gefallen, die Derniere war ein voller Erfolg. Und nun ist es Zeit, nicht nur ein neues Kapitel, sondern gleich ein neues Buch zu schreiben. Die Geschichte handelt von...
ja von was...ich glaube...
... von der Macht der Liebe zum Anderen und zu sich selbst. Von Aufrichtigkeit und Wertschätzung, von Vertrauen und Respekt. Vom Mut zur Wahrheit und Klarheit. Vom kleinen Glück im großen Kampf der Geschlechter. Vom Fels in der Brandung, der sich das eigene Leben nennt. Von Güte und Herzlichkeit. Von der Fülle des Lebens, die einen großzügig werden lässt, sobald Mann/Frau die Fülle erlebt. Vom Erkennen und Erkanntwerden. Vom Spüren und Fühlen. Von den großen Visionen, die das Leben schenkt, und vom kleinen Alltag, den es seit Anbeginn gibt.
Vom Bewusstsein für den Moment und der Liebe zu den dunklen Seiten. Vom bekennen der eigenen Angst. Vom Zugestehen der eigenen Schwäche, und die des anderen. Von der Sinnlosigkeit des Wertens und der Einfachheit des Liebens.
Von Dankbarkeit und Demuth was es heißt den eigenen Weg gehen zu dürfen. Vom Einssein mit den abgetrennten Hälften. Vom Verzeihen und Vergeben, auch wenn der Schmerz zum Himmel schrie. Wenn der Schmerz zum Freund wird und einen Schlüssel für das Herz bekommt, dann ist der Weg hinaus in die Freiheit geebnet. Dann hält der Hass nicht mehr, dann ist die Erinnerung an das Gewesenen nichts mehr als ein schmerzhafter Hauch, der schnell vorüber geht und irgendwann verraucht.
Dank für das Erlebte, von dem es nichts zu missen gilt.
Manches war. Vieles wird. Das meiste ist.
Alles gehört zusammen. Der Schmerz, das Glück, die Liebe, der Hass, Vertrautheit und Fremdsein. Das Leben umfasst alles. Im Glück das Leid und in der Trauer die Seeligkeit. Das eine geht nicht ohne das andere. Und beides geschieht unabhängig vom anderen.
Die Geschichte im Rücken als Beschützer für die Zukunft. Ob nun gut oder schlecht. Der Fels ist das Leben, die Brandung das Schicksal.
Freiwillig ins Wasser gestürzt um hinaus zu schwimmen.
Wohin?
Ins Leben.
Beängstigend, weil das Erlebte noch immer wütet. Klein, viel kleiner und weniger, aber noch nicht ganz vorbei. Aber nicht mehr wert als ein kurzer Schauer. Abgeschüttelt und vollendet. Um das Neue zu sehen, zu spüren und zu lieben. Die kleine Saat geht auf, beschützt im Schatten der Vertrautheit.
Geht das Spiel wieder von vorne los, nur mit anderer Besetzung? Die gleichen Kostüme, die gleichen Mono- und Dialoge? Der gleiche Inhalt?
Nein! Auf keinen Fall!
Das Drama des Opfers ist abgespielt. Der letzte Vorhang ist gefallen, die Derniere war ein voller Erfolg. Und nun ist es Zeit, nicht nur ein neues Kapitel, sondern gleich ein neues Buch zu schreiben. Die Geschichte handelt von...
ja von was...ich glaube...
... von der Macht der Liebe zum Anderen und zu sich selbst. Von Aufrichtigkeit und Wertschätzung, von Vertrauen und Respekt. Vom Mut zur Wahrheit und Klarheit. Vom kleinen Glück im großen Kampf der Geschlechter. Vom Fels in der Brandung, der sich das eigene Leben nennt. Von Güte und Herzlichkeit. Von der Fülle des Lebens, die einen großzügig werden lässt, sobald Mann/Frau die Fülle erlebt. Vom Erkennen und Erkanntwerden. Vom Spüren und Fühlen. Von den großen Visionen, die das Leben schenkt, und vom kleinen Alltag, den es seit Anbeginn gibt.
Vom Bewusstsein für den Moment und der Liebe zu den dunklen Seiten. Vom bekennen der eigenen Angst. Vom Zugestehen der eigenen Schwäche, und die des anderen. Von der Sinnlosigkeit des Wertens und der Einfachheit des Liebens.
Von Dankbarkeit und Demuth was es heißt den eigenen Weg gehen zu dürfen. Vom Einssein mit den abgetrennten Hälften. Vom Verzeihen und Vergeben, auch wenn der Schmerz zum Himmel schrie. Wenn der Schmerz zum Freund wird und einen Schlüssel für das Herz bekommt, dann ist der Weg hinaus in die Freiheit geebnet. Dann hält der Hass nicht mehr, dann ist die Erinnerung an das Gewesenen nichts mehr als ein schmerzhafter Hauch, der schnell vorüber geht und irgendwann verraucht.
Dank für das Erlebte, von dem es nichts zu missen gilt.
Manches war. Vieles wird. Das meiste ist.
Alles gehört zusammen. Der Schmerz, das Glück, die Liebe, der Hass, Vertrautheit und Fremdsein. Das Leben umfasst alles. Im Glück das Leid und in der Trauer die Seeligkeit. Das eine geht nicht ohne das andere. Und beides geschieht unabhängig vom anderen.
Die Geschichte im Rücken als Beschützer für die Zukunft. Ob nun gut oder schlecht. Der Fels ist das Leben, die Brandung das Schicksal.
Freiwillig ins Wasser gestürzt um hinaus zu schwimmen.
Wohin?
Ins Leben.
Samstag, 24. Januar 2015
Zuversicht
Das Leben birgt wunderbare und schreckliche Überraschungen. Das eine würde ohne das andere nicht existieren. Nach dem Regen kommt die Sonne und nach dem Sonnenschein der Regenfall. Egal welche "Wetterstimmung" gerade herrscht, wir lernen immer. Im Schlimmen das Gute zu schätzen und im Guten den Dank und die Demuth zu empfinden, dass das Glück uns besucht. Durch den Schmerz zu gehen heißt mit unter sich zu überlegen warum er entstanden ist. Was der eigene Teil daran ist. Unangenehme Erfahrungen bringen uns weiter wenn wir den Sinn darin erkennen. Denn meistens, nicht immer, aber doch meistens machen wir eine Erfahrung nicht umsonst. Selten begegnen uns Menschen "nur so". Mein Schauspiellehrer sagte einmal zu mir, der Mensch, der Dir am meisten Schmerz bereitet hat, bringt Dir das größte Geschenk. Damals habe ich ihn für einen durchgeknallten Psydospirituellen gehalten. Und auch heute empfinde ich keinen Dank für meine schmerzbringenden Gegenüber (das wäre auch komplett unrealistisch), dennoch beginne ich viele (wirklich viele) Jahre später zu verstehen was er meinte. Könnte es sein, dass wir durch den anderen, der uns verletzt, und ich schreibe hier nicht von den kleinen alltäglichen Verletzungen, die wir durch unsere Mitmenschen erleben, sondern von denen, die uns wirklich in die Knie zwingen, könnte es sein, dass wir dadurch eine Chance bekommen unsere tiefsten Ängste kennen und annehmen zu lernen? Erlebtes, so schmerzhaft es auch sein mag, als Chance zur Weiterentwicklung nutzen? Um heil zu werden? Wie oft stoßen wir immer wieder an die gleiche Schicksalswand bis wir endlich den Sinn und das Eigene darin erkennen? Wut, Hass, Trauer sind alles Gefühle, welche durchlebt werden sollen. Und dann? Wann finden wir wirklich unseren Frieden mit dem in Ungnade gefallenen Gegenüber? Ich glaube wenn wir ihn los lassen. Wenn wir vergeben. Wirkliche Vergebung hat nichts mit Märtyrertum zu tun. Wirkliche Vergebung hat nichts damit zu tun, ob der andere seine Schuld bekennt. Um Vergebung bittet. Denn das würde mich wieder vom andern abhängig machen. Auch hat wirkliche Vergebung nichts damit zu tun sich das Erlebte schön zu reden. Es mit einem Handstreich wegzuwischen, denn alles soll gesehen werden. Das Gute, wie das Schlechte. Wirkliche Vergebung ist, wie ich glaube, ein Prozess der statt findet, sobald man sich vom anderen abwendet und sich dem eigenen Sein zuwendet. Selten bekommen wir das was wir wollen. Oft bekommen wir was wir brauchen. Schwierige Situationen wiederholen sich solange, bis wir gelernt haben, es anders zu machen. Warum schreibe ich das alles? Ich glaube, weil ich gerade lerne anzunehmen, dass in den schlimmsten Erfahrungen die größte Möglichkeit liegt, das eigene Glück zu finden. Klingt absurt. Ich weiß! Aber genau das erlebe ich gerade. Mein erlebter Schmerz lässt mich mir selbst sehr nahe sein. Ich hinterfrage. Am meisten mich. Zum ersten Mal urteile ich nicht. Ich verurteile mich nicht für begangene Fehler. Das würde im Nachhinein auch nichts mehr bringen. Aber es interessiert mich, warum mir das eine oder andere passiert ist. Was wollen mir gewisse Ereignisse sagen? Und wie gelingt es mir die gleichen Fehler nicht wieder zu machen? Vielleicht indem ich mir den "höheren" Sinn hinter der Sache anschaue? Vielleicht indem ich begreife, dass mein Erlebtes vom anderen unabhängig ist? So stimmt das sicher nicht ganz. Der Andere ist Teil meiner Erfahrung. Natürlich, aber im Wort Erfahrung liegt eigentlich bereits die Lösung. Ich erfahre etwas über den anderen, klar, aber am meisten über mich selbst. Erlebte Erfahrungen sind das woraus das Leben seine eigene Geschichte schreibt. Was wären wir ohne unsere Erfahrungen? Wo würden wir stehen hätten wir nicht das eine oder andere erlebt? Und wie würde sich unser Weg zeichnen, hätten wir nicht auch einige Stolpersteine und Hindernisse bewältigt. Sich aus einer Situation nicht nur zu retten, sondern aus ihr zu lernen, das ist die Kunst. Was heißt alte Glaubenssätze aufzugeben, was heißt den alten, eigenen Vorstellungen für neue, realistische Bilder Platz zu machen. Was von meinen ganzen Wünschen brauche ich wirklich um glücklich zu sein? Viel Geld? Einen Mann? Karriere? Viel Geld macht bekanntlich auch nicht glücklicher, es beruhigt nur etwas mehr. Ein Mann? Kann eine wunderbare Bereicherung sein, sicher, aber kein Mensch ist für das eigene Glück verantwortlich. Karriere? Kann mir Bestätigung auf Zeit geben, füllt aber das Innere nicht wirklich aus. Ein gut gefüllter Mensch ist sich seiner Schwächen, wie Stärken bewusst. Er integriert beides. Er wird nicht satt daran Erfahrungen zu sammeln und aus ihnen zu lernen und gestärkt hervor zu gehen. Ein gut gefüllter Mensch braucht für den eigenen Selbstwert nicht notwendigweise Bestätigung von außen. Er ist nicht abhängig vom "Futter" der anderen. Er richtet sein Bestreben nicht komplett danach aus, zu gefallen. Ein gut gefüllter Mensch gefällt sich selbst, ohne dabei übertrieben narzisstisch zu sein. Zu den eigenen Schwächen zu stehen und sich ihnen zu stellen bedeutet den Mut zu haben offen und ehrlich mit sich zu sein. Ja, ich glaube das erfordert wirklich Mut, sich der eigenen Unfähigkeiten bewußt zu sein. Nicht nur das Bewußt sein, sondern das Hinterfragen, das Forschen nach dem Grund. Das Hinschauen. Wie oft verdrängen wir unser Nichtkönnen, weil wir Angst haben dadurch ein minderwertiger Mensch zu sein? Weil wir Angst haben durch unsere Schwächen verletzt zu werden? Aber was kann denn schon großartig passieren? Ja, wir können mal eine auf die Fresse bekommen.
Je nach Stärke des Schlages bleiben wir länger liegen, aber wenn wir den Mut aufbringen uns mit allem erlebten zu konfrontieren, stehen wir immer wieder auf. Warum? Weil uns die Zuversicht den Weg leuchtet. Zuversicht auf was? Auf Heilung.
Montag, 5. Januar 2015
Verliebt...
Liebe Verliebheit,
Dir sei dieser Blog gewidmet.
Du bist eines der wunderbarsten Dinge, die Mann und Frau erleben darf. Ein Hoch auf Dich und Dein Wirken! Einen Tost auf Dein Da sein.
Von einem Moment auf den anderen hin und weg. Du lenkst den Augenblick der alles verändert. Vom Fremden zum Freund zum Geliebten.Das Glas Wein flüchtig zum Mund geführt. Über den Rand hinweg den Blick des anderen kurz gestriffen, die sanfte Stille weicht dem wilden Kino im Kopf. Ob du ein flüchtiger Plausch bist oder fest Platz nimmst liegt im Morgen. Aber heute zählt der leuchtende Funke der übergesprungen ist. Der Pfeil, der ins Schwarze getroffen hat. Der Hauch Amors der alles verändert hat.
Mein Gott dieser Blog könnte schmalziger nicht sein. Aber so ist es nun mal. Die Verliebtheit ist schmalzig, sie trieft über und über vor wunderbaren, vollkommenen Gefühlen der Zweisamkeit, die zu erleben ein Feuerwerk der Phantasie ist. Ich liebe es verliebt zu sein! So unerwartet aus dem Nichts stehst Du da mit Deinem kleinen Köfferchen in der Hand und maschierst schnurstarks in mein Herz. Breitest Dich in windeseile im ganzen Körper aus und befällst sämtliche Bereiche meines Seins. Nahrungsaufnahme, arbeiten, ja selbst atmen werden zweitrangig und bieten lediglich eine lästige Ablenkung des Wesentlichen. Welches hauptsächlich aus der sehnsuchtsvollen Erwartung deiner nächsten Berühung liegt. Hast Du erst mal eingecheckt gilt es alle guten Vorsätze über Bord zu werfen. Die Vernunft liegt von Dir betrunken gemacht in der Ecke. Du bist die wohlklingenste Melodie die es im Kopf gibt . Du breitest Deine Flügel über alle Teile hinaus bis tief ins Herz hinein. Du bist das süßeste Vorspiel einer großen Symphonie. Egal ob diese vollendet wird oder auch nicht. Die Einleitung ist es, die das Buch lesenswert macht. Und die Verliebheit ist es, die die Liebe lebenswert macht.
Hast Du erstmal Deinen Menschen befallen, ist sein Dauergrinsen nicht mehr aus dessen Gesicht wegzudenken. Alles wird so leicht. So vollkommen. So schön. Es ist so großartig, dass es Dich gibt. Wie eine kleine Fee tanzt Du den Tanz der Freiheit im Glück! In der Sprache der Psychologen heißt es, dass verliebt sein die eigene Fähigkeit ist, sich für einen anderen zu begeistern. Das hat Mutter Natur ganz wunderbar eingerichtet, dass wir Menschen uns neben allem Traurigen und Unguten noch begeistern können. Und die schönste Form der Begeisterung ist, wie ich finde, das Verliebt sein. Es erinnert uns an junge Tage ohne Sorgen. Es erinnert uns daran was es heißt zu leben! Die Verliebtheit liegt in uns, nicht im Gegenüber.
Du bist wie eine Katze die elegant mit ihren Pfoten den Geliebten liebkost. Die Phase der Verliebtheit lässt uns, sollte diese in Liebe übergehen, viele Schwierigkeiten überwinden. Die Erinnerung der ersten Begegnung mit Dir ist der Stoff aus dem Beziehungen gewebt und gehalten werden. Du bist so wichtig wie Wasser und Brot. Du lässt uns in den Himmel blicken. Du öffnest Türen zu unbekannten Ebenen des eigenen Selbst. Du bist keine Entscheidung, du bist im Hier und Jetzt. Du lässt keinen Platz für Schlechtes. Du bist vollkommen. Du kennst kein Alter. Wie traurig die Menschen sein müssen, die Dich nicht willkommen heißen. Ihnen entgeht das Leben, die Liebe, die Werte des Guten. Du bist unbestechlich und mit keiner Summe der Welt zu bezahlen. Du hast keinen Anspruch. Du sprichst für Dich. Du gibst uns die Möglichkeit über den Rand der eigenen Machbarkeiten zu blicken und zu erkennen, dass alles machbar ist.
Du bist nicht kalkulierbar. Man findet Dich nicht, solange man Dich sucht. Schönheit ist die Blüte des verliebtseins.
Wie unbeschreibbar schön Dich erleben zu dürfen!
Donnerstag, 25. Dezember 2014
Spuren
Mit jedem Schritt, den du tust, und in jeder Begegnung,
die dir geschenkt wird, hinterlässt du Spuren.
Ich wünsche dir, dass du Spuren der Freude
hinterlässt und des Glücks, Spuren der Hoffnung
und der Liebe, Spuren der Gerechtigkeit
und des Friedens, und da wo du anderen
weh getan hast, Vergebung erfährt.
Diese Zeilen stehen in einer Karte, welche ich zu Weihnachten von einem lieben Menschen geschenkt bekommen habe. Diese Zeilen berühren mich sehr. Sie stimmen mich nachdenklich. Vielleicht liegt es daran, dass das Jahr bald zu Ende geht. Wer weiß. Eigentlich halte ich von den "guten Vorstätzen" für das neue Jahr nicht sehr viel. Die letzte Zigarette, welche um 24h ausgedrückt wird, mit dem Vorhaben sich nie wieder eine anzuzünden, um dann spätestens am 05.Januar wieder an einem Glimstengel zu ziehen, scheint mir nicht sehr glaubhaft zu sein. Eigentlich habe ich mir auch nichts für das neue Jahr vorgenommen. Aber jetzt halte ich die Karte mit den oben geschriebenen Zeilen in der Hand. Hinterlassene Spuren. Was habe ich dieses Jahr an Spuren hinterlassen? Waren es nur Spuren der Liebe und des Glücks? Sicher nicht. Leider. Wann hätte ich in einer Begegnung vorsichtiger, und wann großzügiger sein müssen? Wann aufmerksamer? Wann vertrauter? Wann hätte ich schneller aus einer Begegnung aussteigen müssen und wann länger verweilen? Wann habe ich verletzt und vor den Kopf gestoßen? Habe ich es immer gemerkt, wenn das Gegenüber keine Gerechtigkeit von meiner Seite erfahren hat? Nein. Auch das sicher leider nicht immer. Ich habe dieses Jahr viel Trauer, Schmerz und Unwahrheit erfahren. Wann habe ich meinen Teil dazu beigetragen und wann nicht? Habe ich Freundschaften ernst genug genommen? Deren Anliegen an mich. War ich zu sehr mit mir und meinem Leben beschäftigt? War ich zu sehr mit einem "falschen" Gegenüber beschäftigt und habe dadurch die wahre Liebe nicht mehr gesehen? Ja. Das war sicher so in diesem Jahr. Ich habe auf das falsche Pferd gesetzt um im Rennen zu bleiben. Und durch diese ewige Rennerei hatte ich keine Zeit mehr für die anderen Begegnungen. Habe diese nur noch halb wahr genommen und nicht genug gewertschätzt. Wie mich selbst. Sich selbst wertschätzen, heißt auf sich aufzupassen, sich ernst zu nehmen. Auf das eigene Bauchgefühl hören. Wann habe ich Spuren der Unklarheit hinterlassen, weil ich nicht den Mut fand, meinen eigenen Weg weiterzugehen. Was wahrscheinlich geheißen hätte, diesen Weg alleine weiterzugehen. Aber gehen wir unseren Weg denn nicht sowieso immer alleine? Manchmal kreuzen sich Wege, teilweise laufen sie paralell, aber es bin immer ich selbst, die meinen Weg geht. Das kann kein anderer Mensch für mich erledigen. Wie auch ich das für keinen anderen machen kann. Wann habe ich eine schmerzhafte Spur hinterlassen, wo ich nun auf Vergebung hoffen darf. Und wann ist es an mir zu vergeben? Nicht nur dem anderen, besonders mir selbst? Sich selbst vergeben ist, wie ich finde, mit eines der schwersten Aufgaben im Leben. Ich für meinen Teil muss das wirklich lernen. Dieses Jahr gibt es so einiges, was ich mir vergeben sollte. Ich habe nicht genug auf mich Acht gegeben. Ich war mir selbst nicht wertvoll genug. Denn wäre ich es mir gewesen, hätte ich einige Dinge nicht erleben müssen. Aber hätte, wäre, wenn... Es ist wie es ist. Und es wird so kommen, wie es kommen wird. Glück, Hoffnung, Liebe, Gerechtigkeit, Frieden. Alles sehr große Worte, welche bereits im kleinen Rahmen umzusetzen nicht immer so leicht scheint. Glückliche, liebevolle Begegnungen hatte ich viele. Besonders wenn ich mit meinen Freunden beisammen war. Sie haben bei mir viel Frieden hinterlassen. Einen heilsamen Frieden, der jeden Sturm überwinden lässt. Gerade der letzte Sturm hat viel zerstört. Er hat mein Inneres ins Wanken gebracht, die Hoffnung ertränkt und mein Vertrauen in ihrem Grundsatz groß in Frage gestellt. Da scheint die eigene Vergebung ein unereichbares Ziel zu sein. Sich selbst nicht treu gewesen zu sein, ist eine Einsicht, die ich gerne verdrängen würde. Aber das bringt nichts. Die Einsicht ist die Freiheit in der Notwendigkeit. Und notwendig ist die Verarbeitung des Schmerzes und der Trauer, denn sonst haftet sie ewig an einem. Aber war ich mir wirklich selbst nicht treu? Vertrauen dem anderen entgegenzubringen, ist das, was mich mit als Mensch ausmacht. Ich vertraue dem anderen, weil ich nicht davon ausgehe, dass er es unehrlich meint. Ich gehe nicht davon aus, dass mein Gegenüber mich belügt. Daran ist auch nichts auszusetzen, aber wenn das Gefühl dem Kopf immer wieder sagt, dass er sich in einer unwahren Beziehung befindet, er es sich aber immer wieder wegdenkt, wegsieht, dann ist man sich untreu. Dann verrät man das eigene Gefühl. Dann verrät Mann oder Frau sich. So ist das. Leider.
Aber wie habe ich diesen Blog gleich nochmal angefangen? Ah ja, die Spuren. Die eigenen und die der anderen. Sich zu vergegenwärtigen, dass Nichts was ich mache, welche Entscheidungen ich treffe oder nicht treffe, ohne zu tragende Konsiquenz bleibt, dass alles was ich säe auch ernte, wenn auch nicht immer sofort, wäre doch ein Anfang für ein neues Jahr, mit glücklichen und liebevollen Begegnungen, welche eine ehrliche Spur hinterlassen.
Montag, 22. Dezember 2014
Hoffnung
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Zeitweilig Leider. In manchen Fällen wäre es sicherlich einfacher der Hoffnung ein kürzeres Leben zu wünschen. Denn wenn keine Hoffnung auf Besserung vorhanden wäre, dann wäre teilweise der eigene Blick klarer für die tatsächliche Situation. Dem Sein, was ist im Moment. Ich erlebe immer wieder (ob an mir oder bei anderen), dass, egal in welchen Situationen oder Verpflechtungen, ob in Liebesbeziehungen, Freundschaften oder beruflichen Miteinander, nicht aus dem tatsächlich, vorhandenen Gefühl heraus gehandelt wird, sondern aus der Hoffnung auf Besserung. Wir bleiben in Situationen,oft unerträglich und belastend sitzen, verweilen stumm, leiden still, stöhnen laut, weil wir hoffnungsvoll am Stuhl kleben bleiben.
Die Hoffnung auf Besserung lässt uns oft nicht den Mut finden ungute, belastende Verbindungen zu lösen. Denn wenn ich jetzt aus der Verbindung gehe, wie soll es dann gut werden? Wie soll ich dann liebevoll und heilsam verbunden bleiben? Manchmal ist das nicht möglich. Manchmal richten wir unsere Bedürfnisse an das falsche Gegenüber. Manchmal bringt es nichts zu hoffen. Denn die Hoffnung verklärt ab und zu den Blick.Den Blick auf das Gegenüber, ob es wirklich die richtige Adresse für die eigene Bedürfnisausrichtung ist.
Wirklich! Ich bin mit Abstand die Letzte, die nicht täglich ein Loblied der Hoffnung singt. Ich finde es gut, dass die Menschen hoffen, denn das bringt sie auch sehr oft in Bewegung. Aber eben leider nicht immer. Manchmal überfordert die Hoffnung unsere eigenen Fähigkeiten. Manchmal muss man sich auch vor der Hoffnung hüten. Manchmal hoffen wir uns in die Irre.
Sich aus einer Verbindung zu lösen, heißt immer der Hoffnung "auf Wiedersehen" sagen. "Ciao, hier gibt es nichts mehr zu hoffen." Diese Geschichte ist vorbei. Für den Moment ist die Hoffnung arbeitslos, muss ins Jobcenter gehen, eine Nummer ziehen und selbst hoffen, dass es wieder was zum hoffen gibt. Vom Arbeitgeber, zum Nehmer, zum Bedürftigen. Shit happens...
Aber ist das wirklich so schlimm? Mal eine hoffnungsvolle Pause einzulegen...?
Hoffnung ist eine zuversichtliche, innerliche Ausrichtung gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung. Wäre es denn nicht mal sehr entspannend, die zuversichtliche, innerliche Ausrichtung natürlich beibehaltend,aber der Erwartungshaltung, so positiv wie sie auch sein mag, eine Freistunde zu geben? Damit ich im Hier und Jetzt meine Erfahrungen beschaue, verarbeite und von ihnen wirklich lernen kann? Die Hoffnung treibt uns an, das ist natürlich gut, aber manchmal muss ich auch Zeit zum stehen bleiben haben. Was ja jetzt wieder ein Widerspruch zu dem ist, was ich zu Anfang geschrieben habe.
Oder? Wann lohnt es sich zu hoffen? Noch vor ein paar Wochen hätte ich mit absoluter Sicherheit : "IMMER !!!" gesagt. Und heute? Jetzt gerade, bin ich mir nicht mehr so ganz einig mit meiner damaligen Meinung. Ab und zu macht das Leben einen Strich durch die Hoffnung. Manchmal muss man einen hoffnungsvollen Gedanken aufgeben. Manchmal bringen uns Wünsche nicht weiter. Manchmal, in den Momenten, wo uns die Realität einholt, gibt es nichts mehr zu hoffen oder zu wünschen. Wenn ich nicht immer mit meinen Gedanken in der hoffnungsvollen Zukunft verweile, ist das doch aber auch eine Chance für die Gegenwart. Den Moment erleben, wie er gerade ist. Ob gut, ob schlecht. Wie auch immer. Aber er ist gerade. Jetzt. In diesem Augenblick.
Seit einiger Zeit versuche ich mich immer wieder dabei, im Augenblick zu sein. Bei einem Date, vor ein paar Tagen habe ich fleißig geübt. Ich blickte in die Augen meines Gegenübers und erwartet...Nichts. Ich fühlte den Moment. War präsent im Jetzt. Dieser Abend war der schönste Abend seit langen. Was sicher auch an meinem charmanten Gegenüber lag, aber eben nicht nur. Es war die gegenseitige Aufmerksamkeit auf das was gerade zwischen uns passierte. Ohne "Hoffnung" auf den nächsten Moment, ohne Erwartung auf....
Natürlich ist dieses im Hier und Jetzt sein, um einiges leichter durchzuführen, wenn der Rahmen dazu ein angenehmer ist.
Und naürlich klammen wir uns an die Hoffnung, dass alles bald vorbei gehen mag und es besser wird, wenn es im Leben gerade stürmt.
Aber gerade die Tiefen im Leben bringen uns weiter. Ich schreibe das aus eigener Erfahrung. Meine erlebten Tiefen haben mich mit zu dem gemacht, was ich bin und was ich sein werde. Die Tiefe bewusst erleben, heißt sich mit Allem auseinanderzusetzen. Die Tiefe bewusst erleben, macht mich stärker, reifer und auch glücklicher. Das ist für den MOment vielleicht nicht sofort zu verstehen, aber es die Konsiquenz aus dem Erlebten.
Und jetzt? Was ist gerade?
Jetzt gerade sitze ich nach einer erfolgreichen Vorstellung am Computer und schreibe. Es geht mir sehr gut. Egal was die Vergangenheit gebracht und die Zukunft bereiten wird. Es geht mir gut. Sehr gut. Ich bin glücklich darüber, dass ich hier, diesen stillen Moment erlebe.
Die Hoffnung hat gerade Pause, weil der Moment für sich spricht.
Mittwoch, 17. Dezember 2014
Susi und das Jagdfieber
"Willst was gelten, mach dich selten!"
Diesen Spruch habe ich heute von einer Freundin gehört. Er bezog sich darauf, dass eine Frau für ihren Mann nicht immer verfügbar sein sollte.
Wie in bekannten Beziehungsratgebern, Zeitschriften und Frauenmagazinen immer wieder gepredigt wird, möchte sich der Mann als Jäger fühlen
und seine Auserwählte, sein Opfer jagen so lange es geht. Dadurch soll das Interesse und Verlangen der männlichen Seite auf die Weiblichkeit erhöht oder wenn nötig, reaktiviert werden.
Für mich persönlich hört sich das sehr anstrengend an. Was soll denn diese PSYDO - RAR - MACHEREI bringen ???
Der Jäger jagt das Opfer bis einer von beiden erschöpft zusammenbricht. Und je nach dem wie lange Frau sich rar macht, dauert die Jagd.
Na, da kann man sich auf jeden Fall das Fitnesscenter sparen.
Wenn Frau sich also rar macht, wie lange sollte das dauern? Und wie genau macht Frau sich rar? Indem sie sagt, dass sie keine Zeit hat, obwohl das nicht stimmt? Indem sie sich den Kalender mit irgendwelchen wahnsinnig wichtigen Termin vollpackt, damit kein Platz für ein Date mehr ist? Das finde ich mehr als merkwürdig, aber unser Geschlecht macht ja bei Zeiten durchaus sehr merkwürdige Dinge um "im Geschäft" zu bleiben.
Aber kann es wirklich richtig sein, einen schönen Abend mit dem anderen zu versäumen, nur damit Frau interessant bleibt? Bin ich denn nicht sowieso nicht immer verfügbar, wenn ich mit beiden Beinen im
Leben stehe und meinen Weg gehe?
Und ganz ehrlich, möchte ich in einer Beziehung oder auch schon innerhalb von dem was zu einer Beziehung führt wirklich ein Opfer sein?
Nein. Auf keinen Fall. Ich für meinen Teil verteidige meine Selbstständig- und Unabhängikeit (und manchmal wenn es sein muss, setze ich auch meine Fäuste dafür ein), wo es nur geht. Opfer sein ist nicht mein Ding. Wobei das nicht alle meiner Art so sehen. Leider.
Erst neulich saß ich in einer sehr lustigen Frauenrunde. Neben allerlei Nippes kamen natürlich auch immer wieder die Männer auf den Tisch. Also nicht wortwörtlich, obwohl ich gegen einen jungen, schönen, muskulösen Stripper auf dem Tisch nichts einzuwenden gehabt hätte. Aber das wird Thema für einen anderen Block sein. :-) Mir gegenüber saß eine sehr attraktive, intelligente, im Beruf erfolgreiche Mittvierzigerin. Die Frau wirkte so selbstsicher auf mich, dass ich, was sie später von sich gab, erst garnicht glauben konnte. "Also ich lebe seit einigen Jahren mit einem Mann in einer Beziehung. Obwohl ich eigentlich nicht sicher bin, ob es nun wirklich eine Beziehung ist." Die Freundin neben ihr warf darauf (schon leicht beschwippst) ein "Na, wenns ne Affäre ist, dann hoffentlich mit nem Jüngeren!" Alle lachten, bis auf die Frau mir gegenüber. "Nein eine Affäre ist es nicht. Denn eine Affäre würde sich ja durch den gemeinsamen Sex auszeichnen und der ist bei uns nicht so wichtig. Uns verbindet eine tiefe Freundschaft." Auf einen Schlag wurde es ganz still am Tisch. Es lag nicht daran was sie sagte, sondern wie sie es sagte. Diese Frau, ich nenne sie jetzt einfach mal Susi berichtete, dass sie mit einem Mann seit mehren Jahren zusammen sei. Man sehe sich hauptsächlich an den Wochenenden, da er unter der Woche zuviel STress hätte. Was sie natürlich verstehe, als berufstätige Frau schätze sie ja auch ihr Privatleben unter der Woche (welches, wie sie nach ein paar Gläsern Wein später erklärte, neben einkaufen, Yoga, Theater etc. daraus bestand, auf seine Anrufe zu warten.) Mal könne er ihre Anwesenheit besser ertragen, mal schlechter. Er habe da halt so ein Näheproblem, was vielleicht mit seiner KIndheit was zu tun habe. Sie möchte ihn natürlich auf keinen Fall unter Druck setzen, würde sich aber nach immerhin vier Jahren des Zusammenseins wünschen, dass Mann ich mal über den nächsten Schritt, was heissen soll, ein gemeinsames Heim, Gedanken macht. Aber jedes Mal wenn sie damit anfängt würde er sich eingeengt und in die Ecke gedrängt fühlen.
Klar als kleiner Stubenhocker möchte man(n) nicht aus seiner Ecke raus, fährt es mir spontan durch den Kopf, halte mich aber dezent zurück, denn das hier ist nicht meine Geschichte, sondern Susis.
Sicher gab es auch bereits die eine oder andere Trennung, die eine oder andere "frische Brise", die er benötigte um sein leeres Inneres zu füllen, aber er kam jedes Mal zurück. Mal dauerte es länger, mal kürzer. Auf die Frage warum Susi das alles so lange mitmache, sagte sie (und ich muss gestehen, ich hatte Angst vor der Antwort, weil ich wusste was jetzt kommen würde)"Weil ich ihn liebe."
Alle Fraun am Tisch (mit mir 8) sahen Susi fassungslos an. Ich glaube es hat sich auch jede das Gleiche gedacht. Kann es wirklich sein, dass Liebe so blind macht? Kann es sein, dass eine so intelligente Frau wie Susi nicht merkt was hier gespielt wird? Ist Susis Angst vorm alleine sein tatsächlich so groß, dass sie sich mit einer derartigen Zecke einlässt? Ich benutze das Wort Zecke hier ganz bewusst. Menschliche Zecken, sind Seelenräuber, sie saugen ihr Gegenüber solange aus, bis nichts mehr da ist. Dann werfen sie es weg wie eine heiße Kartoffel, nicht ohne ihnen davor noch das Gefühl der Unzulänglichkeit zu geben, und suchen sich ihr nächstes Opfer. Ok, wir haben uns sicher alle schon mal zum Liebestrottel gemacht. Wir haben uns sicher alle schon mal an der Liebeswand den Kopf angehauen, aber so? Ich merke wie die Wut in mir hochsteigt. Wie kann sich eine von meinem Geschlecht nur "wissentlich" so behandelt lassen? Wie kann sie ihre Zeit (vier Jahre!) mit so einem beziehungsgestörten, untreuen und unehrlichen Trottel verbringen? Mein Gott, soviel Geld kann der doch sicher nicht haben um sich da rauszukaufen? (bei diesem Gedanken ist mein Pragmatismus gerade durchgeschlagen, sorry.)
Susi berichtete weiter: "Ich bin natürlich regelmäßig bei meiner Therapeutin um meinen Teil der Beziehung auf die Reihe zu bekommen, was heißen soll, ich möchte an den Eigenschaften arbeiten mit denen mein Partner nicht zurecht kommt. Meine Eifersucht, mein Verlangen nach mehr, an meiner Traurigkeit." Betroffenes Nicken der Anwesenden. Der eine oder andere Zuspruch und dann von meiner Nachbarin die Frage, welche sich wohl am Tisch keine fragen traute: "Macht er denn eigentlich auch eine Therapie, oder nur Du?" Und nun Susis Antwort. Ganz ehrlich, wenn ich nicht selbst dabei gewesen wäre, ich würde es nicht glauben. "Nein, er braucht das nicht. Bei ihm ist ja alles in Ordnung. Natürlich hat er ein Näheproblem, was aber nur so stark ist, weil ich ihn so bedränge." Ich merke wie mir die Galle aufsteigt, und bevor mir der Arsch platzt (verzeihung für diesen Ausdruck, aber hier ist er mehr als richtig am Platz), stehe ich auf und gehe erst mal eine rauchen. Wow! Was ist da wohl falsch gelaufen? Was muss mit einer Frau wie Susi passiert sein, dass sie sich derart erniedrigt und es anscheinend noch nicht mal merkt. Wobei ich schon glaube, dass sie es merkt, sonst wäre sie nicht immer so traurig. Aber wahr will sie es nicht haben. Denn das hätte eine Veränderung zur KOnsiquenz. Und davor hat sie Angst. Angst davor als Mittvierzigerin ohne Mann dazustehen.
Als ich vom rauchen zurück komme, ist die attraktive, schöne Mittvierzigerin Susi weg. Er hatte ihr eine Sms geschrieben, dass er sie gerne sehen möchte. Und Susi sprang auf, zahlte und ging. Seit diesen Abend muss ich immer wieder an Susi denken. Ihre Geschichte hat mich sehr wütend gemacht. Ihre Geschichte hat mich sehr berührt. Denn bei aller gelebter und gewollter Unabhängikeit war auch ich in meinem Leben öfter blind als es mir lieb ist. Nicht in dieser Größenordnung aber trotzdem ich war blind für mein vermeintlich ehrliches Gegenüber. Blind was die kleinen trügerischen Details betrifft. Nicht schnell hartnäckig genug was die Wahrheit angeht. Ob nun in Freundschaften oder Liebesbeziehungen.
Eine "Susi" steckt wohl in jeder von uns. Fragt sich nur wieviel Raum wir ihr geben. Fragt sich nur wie gut wir auf sie aufpassen. Wie gut wir auf uns selbst aufpassen. Natürlich ist niemand vor einem unehrlichen Gegenüber geschützt. Aber bei allem Vertrauen, welches wir dem anderen geben, ist das Vertrauen in uns selbst, tausendmal wichtiger. Und so groß das Jagdfieber auch sein mag, ist es doch immer gut zu wissen, dass ich es selbst in der Hand habe, ob ich Opfer bin oder nicht.
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