Zum Abschied sag ich leise "servus".
Die Übersetzung für Servus lautet: ein traditioneller, freundschaftlicher Gruß. Kann als Begrüßung, wie als Verabschiedung verwendet werden.
Sich freundschaftlich verabschieden ist nicht immer eine leichte Aufgabe. Mit jemandem die eigene Zukunft nicht mehr teilen zu wollen heißt auch, dass einander immer die Vergangenheit verbindet. Vielleicht eine gute, vielleicht aber auch eine schlechte Vergangenheit, meistens beides.
Getrennte Wege gehen kann sich verschiedenartig zeigen, wie auch der Versuch Abschied zu nehmen.
Man bricht einfach den Kontakt ab, liefert sich einen Schlagabtausch,klammert sich verzweifelt an den anderen oder überschüttet das Gegenüber mit der eigenen Arroganz um ja nicht zugeben zu müssen, dass die Aktionen der Getrennten oder des Getrennten weh tun.
Viel zu oft spielen wir eine Rolle dabei. Sehen die eigenen Schmerzen als Schwäche an und weigern uns deshalb ehrlich zu unseren Gefühlen zu stehen.
Die Trauer beim Abschied wird viel zu oft vergessen, weggedrückt oder manipuliert.
Dabei ist die Trauer so wichtig. Das weinen um das Geschehene, um das was nicht mehr so sein wird.
Der kleine Tod den man erleiden muss um wieder neu anfangen zu können. Diesen Tod bedarf es zu beweinen. Aber warum nur versucht man sich immer wieder davor zu drücken? Denn so erfinderisch die Versuche auch sein mögen, am Ende klopfen wir alle an der Tür der Trauer.
Ich bin gerade dabei mich von vielen zu verabschieden. Das fällt mir schwer. Nicht wirklich das Abschied nehmen, sondern die damit verbundenen "Nebengeräusche" richtig einzuordnen und diese auch anzunehmen. Zu ihnen und zu mir zu stehen.
Gefühle sind. Das sage ich mir jeden Tag.
Ich muss nicht jeden und alles lieben und verstehen und ich muss auch nicht in völliger Hingabe, Glückseeligkeit und im weiß gekleideten Frieden davon ziehen. Ich darf sauer sein, ich darf traurig und verletzt sein.
Aber um wirklich Abschied nehmen zu können muss ich alles sehen. Die guten, wie die schlechten Zeiten und ich muss akzeptieren, dass ich genau mit diesen Zeiten und den gemeinsamen Erinnerungen, der gemeinsamen Geschichte, sowie mit dem Menschen, der zu dieser Geschichte gehört, für immer verbunden sein werde.
Deshalb ist es Quatsch zu denken man könnte Menschen einfach abschneiden. Sie aus dem Leben radieren. Je mehr man das versucht, desto stärker hängen wir an ihnen.
Ich habe immer wieder ein Bild im Kopf. Die Menschen welche ich verabschieden möchte lassen mich nicht gehen, sie sitzen mir im Nacken, stehen in meinem Rücken.
Warum bin ich eigentlich nie auf den Gedanken gekommen, mich zu ihnen umzudrehen? Sie mir anzusehen, so wie sie sind, zu fühlen was ich gerade fühle und einfach "Servus" zu sagen.
Mit dem Wissen befreit gehen zu können, weil wir immer verbunden sind.
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