Ich bin Künstlerin darin negative Gedanken anzuziehen, diese auszubreiten und in ihnen zu versinken. Abends am Küchentisch, bei Kerzenschein, einer wunderbaren Zigarette in der Hand könnte doch alles so schön und friedlich sein. Wenn da nicht die Stille wäre.
Ich schreibe nicht von der Stille, welche man mit einem gut laufenden CD Player ausschalten könnte, sondern von jener Stille, welche in einem herrscht. Die Stille vor der Menschen wie ich Angst haben. Angst ist vielleicht etwas übertrieben, aber auf jeden Fall Respekt.
Die "Ich komme jetzt runter" Stille, die "Ich höre in mich hinein" Stille, die "ich habe nun Zeit und Raum für meine Gedanken" Stille.
Wie bereits erwähnt kommen sobald ich einen Augenblick nicht aufpasse, genau die Gedanken, die ich überhaupt nicht denken mag.
Nicht, weil ich mich vor ihnen drücken möchte, sondern weil sie mit mir eigentlich garnichts zu tun haben.
Ob nun in China ein Radl umfliegt und wer es umgeworfen hat und warum kann mir komplett egal sein. Nicht aber jenen Gedanken, die mit leisen aber extrem schnellen Schritten in meinem Kopf kommen. Diese Gedanken sind Meister darin alles aufzusaugen, breit werden zu lassen und alles mit mir in Verbindung zu bringen.
"Frechheit, da hat einer doch ein Fahrrad umgeschmissen. Aber Warum? Bin ich etwa daran Schuld? Das kann ich garnicht verstehen, es verletzt mich, ich habe diesem Menschen doch nichts getan..." So in etwa äußert sich dann das Ganze.
Zu den Gedanken kommen dann meistens die passenden Bilder dazu und ehe ich mich versehe bin ich in einem Film, den tragischer, ereignisreicher und farbenträchtiger nicht einmal Tim Burton machen könnte.
Ehrlich ich steh auf Tim Burton, aber nicht jeden Tag und auch nicht in meinem Kopf. Gerne im Kino mit ner schönen Tüte Popcorn und einer netten Begleitung, dann setz ich mir auch gerne die 3D Brille auf und lass mich treiben. Aber bitte nicht am Küchentisch!
Durchtherapiert wie ich natürlich bin, erkenne ich die Filme in der Regel recht schnell. Je nach Tagesform schaffe ich es früher oder später den "Stop" Knopf zu drücken. Dann vor mir ein Standbild mit einem Ereignis, welches meistens momentan garnicht in meinem Leben ist (es ist eher eine böse Vorahnung oder Vorangst), noch (und das ist der Knackpunkt)wirklich etwas mit mir zu tun hat! Es sind Bilder von mir bekannten Menschen, die Entscheidungen treffen.
Deren Entscheidungen. Nicht meine.
Diese Entscheidungen treffen mich. Schmerzen im Herzen (nicht alles was sich reimt ist gut).
Aber das sind Entscheidung, die andere treffen, Entscheidungen, die über andere etwas aussagen.
Nicht über mich.
Mein klarer Verstand weiß das. Erklärt es dem Herzen immer wieder. Ok, der Film ist gestoppt, aber wohin jetzt mit dem Bild?
Ich habe eine Galerie eröffnet. Eine Gallerie in meinem Kopf. Ich nenne sie die "Gallerie des Schreckens". Jedes beschissene Bild wird eingerahmt und dort an die Wand gehängt. Gut, dass es unendlich viel Platz dort gibt. :-)
Vielleicht mache ich irgendwann mal ne Ausstellung und küre das beste, schlimmste Bild. Ja das ist ein Gedanke wert.
Gedanken werden Dinge.
Ich habe mich lange geweigert diese esoterische Scheiße zu glauben.
Inzwischen bin ich anderer Meinung. Wir ziehen meistens an was wir kennen, was wir denken und was wir glauben verdient zu haben. Ich habe diese Erfahrung mehrmals gemacht.Habe mir immer wieder bewußt oder unbewußt das herausgesucht und herausgedacht was mir am schlechtesten getan hat. Gerade in Freundschaften.
Ich habe soviele Gedanken in Menschen investiert, die es nicht wert waren oder sind.
Anstatt für mich das beste zu denken, anstatt für die "anderen" dankbar zu sein.
Jeden Tag aufzustehen und dankbar für das Licht zu sein, dankbar für die guten Gedanken und dem Sumpf aus Bos- und Dummheit einfach trocken legen.
Das ist ein guter Plan!
Gerade jetzt bin ich dabei mich auf einen anderen Sender zu programmieren. Das ist manchmal ganz schön schwer, positiv zu denken. Aber wo Schatten ist da ist auch Sonne. (das ist übrigens mein Lieblingssatz.)
Und wo viel Schatten ist, da ist auch gleichzeitig viel Sonne... Es kommt nur immer auf den Betrachter an. :-)
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