Jeder der frisch getrennt ist wird das kennen, das Aufwachen am Morgen und das Fragen, wann es denn endlich vorbei ist. Dieses Grübeln über Vergangenes.
War der Endspurt der Beziehung denn nicht schon anstrengend genug, muss es über das Ende hinaus immer noch mit soviel Leid verbunden sein?
Der Abend ist nicht das Problem, auch die Nacht ist meine Freundin geworden, aber der Morgen spuckt mir mit aller Gewalt ins Gesicht, drückt mich nieder und macht mir ganz unmissverständlich klar, dass ich noch lange nicht über´n Berg bin.
Der Berg heißt "Verarbeitung" oder wie meine Therapeutin so schön sagt, "durch die Trauer gehen, sie zulassen".
Scheiße ist das doch alles!
Ich will wieder froh sein, will morgens lachend aufstehen, mich an meinem Latte Macchiato freuen und mir den Kopf darüber zerbrechen, welche Schuhe zu meinem Oberteil passen. So will ich das haben. Und zwar sofort!
Ich will nicht mit dem Gefühl durch die Gegend laufen, die rechte Seite amputiert zu haben. Manchmal würde ich mir wünschen, dass wenn schon eine Seite weg sein muss, dann doch bitte die linke Seite, die Herzseite! Dann würde ich wenigstens nicht wie eine gebückte, alte Frau durch die Gegend laufen.
Ich versuche mir das natürlich äußerlich nicht ansehen zu lassen. Im Moment verbringe ich mehr Zeit denn je vorm Spiegel. Aber innerlich fühle ich mich so unglaublich müde und "Uralte Morla" alt.
Ich habe meine Liebe für die "Unendliche Geschichte" wieder entdeckt,
die Uralte Morla mag ich besonders. Ihr ist eigentlich alles egal, weil sie schon alles erlebt und gesehen hat. Sie ist das unhysterischste Geschöpf das ich kenne. Es gibt nichts was sie stresst, oder aus der Ruhe bringt. Sie nimmt die Dinge so wie sie sind, bezieht sie nicht sofort auf oder gegen sich. Reaktionen von ihrem Gegenüber lässt sie erst einmal beim Gegenüber stehen. Und schaut... und schaut... und schaut... was sie damit anfangen kann. Manchmal eben auch nichts.
Ich wäre so gerne die Uralte Morla!!!!!!!!!!!!!!
Na, bis auf ihr Outfit, natürlich. Den Panzer hätte ich gerne. Er müsste etwas schicker aussehen, das schon, aber ansonsten hätte ich gegen so einen gepolsterten Schutz nichts einzuwenden. Dann wäre ich im Moment etwas beständiger gegen die äußere Umtriebigkeiten. Aber was ist mit den Inneren? Wie soll ich mich denn davor schützen?
Na wäre ich jetzt meine Therapeutin wüßte ich natürlich die Antwort. Ich weiß sie aus klargesichtlichen Aspekten auch ohne sie.
Ja, ich weiß, ich soll aufhören einen Schutz gegen mich selbst aufzubauen, soll los lassen, soll zulassen und akzeptieren.
Aber eigentlich will ich nur ein paar Antidepressiva!
Ich will nicht immer was lernen müssen. Ich will einfach mal meine Ruhe haben. Wie andere ganz normale Menschen halt auch. Aber was oder wer ist schon normal?
In Phantasien ist es völlig normal auf einem Glücksdrachen zu reiten und ein paar Steinbeisser zu treffen. Nebenbei rettet man noch schnell das Reich der kindlichen Kaiserin um dann völlig gechillt im gräsernen Meer abzuhängen.
In der Hierwelt geht es leider nicht so spannend ab. Die Hierwelt ist leider ganz schön mühsam... Aber! Die Sonne hat wieder angefangen zu scheinen...
Na ja, dann fahre ich mal mit meinem goldenen Esel durch die Gegend, treffe ein paar Freunde, rette schnell mein eigenes Leben und chille gemütlich am See und hoffe, dass es morgen besser ist.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen